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Erste-Group dank Polen-Zukauf im Halbjahr mit starken Ergebnissen

30.07.2026, 14:01:00

Kundenkredite inklusive Polen plus 21,9 Prozent - Ausblick deutlich angehoben

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Durchgehend neu nach der Pressekonferenz
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Die Erste Group hat dank des Polen Zukaufs deutlich stärkere Halbjahresergebnisse vorgelegt. Aber auch in nahezu allen schon lange etablierten CEE-Töchtern der Bank entwickelte sich die Lage positiv, das Wirtschaftswachstum ist nach wie vor im Schnitt spürbar höher als in Westeuropa. Die Dynamik in der Region dürfte auch künftig für Wachstum in der Bank sorgen. Den Ausblick für heuer wurde vor dem Hintergrund der Ergebnisse angehoben.

Osteuropa sei eine der wenigen Regionen in Europa, die noch wachsen. Die Produktivität habe sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht, aber auch der Aufholwille sei in diesen Ländern stark. "Diese Länder sind nach vorne orientiert und haben verstanden, dass sie nicht mehr die verlängere Werkbank Europas sind", sagte Bankchef Peter Bosek am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Einzig Rumänien würde derzeit etwas schwächeln, Bosek rechnet aber damit, dass sich die Situation in den kommenden Jahren wieder verbessern wird.

Unterm Strich erzielte die Bank einen Nettogewinn von knapp 2,0 Mrd. Euro, das war um 18,6 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Das Kreditgeschäft brummt, inklusive Polen stiegen die Kundenkredite um 21,9 Prozent auf 282,7 Mrd. Euro. Aber auch ohne das Polen-Geschäft verzeichnete das Institut ein Wachstum von 4,0 Prozent. Das stärkte auch die Einnahmen der Bank. Der Zinsüberschuss inklusive Polen zog um 42,3 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro an, der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 25,1 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Ohne Polen betrugen die Wachstumsraten 6,1 bzw. 8,8 Prozent.

Polen treibt CEE-Region an

Vor allem Polen treibt die Wirtschaftsentwicklung in der CEE-Region an, weshalb sich die Erste Group besonders über ihren jüngsten Zukauf in dem Land freut. Im Jänner wurde der Kauf eines 49-prozentigen Anteils an der Santander Bank Polska, die heute die Erste Bank Polska ist, abgeschlossen. Der Anteil könnte künftig noch stärker wachsen. Man habe Interesse an weiterem Wachstum in Polen und die "pure Logik" spreche für eine Aufstockung des Anteils, sagte Bosek. Eine definitive Entscheidung gebe es dazu allerdings noch nicht.

Das Rebranding von Santander Bank Polska auf Erste Bank Polka sei weitgehend abgeschlossen, nun gehe es um die Integration der Systeme und darum, die Markensichtbarkeit weiter zu stärken. Seit Jahresbeginn seien außerdem mehr als 300.000 Neukunden in Polen gewonnen worden.

Mit dem Zukauf in Polen habe sich auch das Kreditportfolio der gesamten Bank stärker diversifiziert, sagte Risikochefin Alexandra Habeler-Drabek. Das polnische Portfolio sei sehr ausgewogen zwischen Firmen- und Privatkunden, bei den einzelnen Industrien gebe es keinen Überhang einer einzelnen Sparte. Diese höhere Diversifikation sorge bei der Erste Group insgesamt für ein besseres Risikoprofil.

Insgesamt seien die Risikokosten aufgrund von Einmaleffekten aus der Integration der Erste Bank Polska (302 Mio. Euro) sowie allgemein wegen des polnischen Kreditportfolios (60 Mio. Euro) gestiegen. Im Halbjahr lagen sie bei 583 Mio. Euro, nach 182 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Kreditqualität sei jedoch robust geblieben. Die Quote notleidender Kredite (non-performing loans/NPL) blieb mit 2,3 Prozent knapp unter dem Niveau vom Dezember 2025 (2,4 Prozent). Die harte Kernkapitalquote sank aufgrund des Polen-Zukaufs von 19,3 Prozent im Dezember 2025 auf 15,2 Prozent.

Kosten für Bankenabgabe verdoppelt

Kostenseitig gab es ebenfalls Zuwächse, die Betriebskosten erhöhten sich inklusive Polen um 30,7 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Treiber waren Personalaufwendungen und Fremdwährungseffekte. Zudem haben sich die Belastungen für Bankenabgaben im Vergleich zum Vorjahr auf 392 Mio. Euro nahezu verdoppelt. Der größte Teil entfiel dabei auf Ungarn mit 189 Mio. Euro, in Polen fielen heuer erstmals 98 Mio. Euro an Abgaben an. Banksteuern muss die Erste Group zudem in Österreich, Rumänien und der Slowakei entrichten. Wie sich die Lage diesbezüglich weiterentwickeln werde, bleibe abzuwarten. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte Bosek auf die Frage, ob sich die Abgaben auch wieder reduzieren könnten.

Ausblick angehoben

Aufgrund der starken Ergebnisse hat die Bank ihren Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 sowohl inklusive als auch exklusive des Polen-Geschäfts angehoben. "Das kräftige Wachstum unseres Kreditportfolios in den vergangenen sechs Monaten hat uns bereits an unser ursprüngliches Kreditvolumenziel von 285 Milliarden Euro herangeführt. Daher erhöhen wir dieses nun auf 290 Milliarden Euro", sagte der Bankchef. Die Eigenkapitalverzinsung (ROTE) soll bei über 20 Prozent liegen, das Ergebnis je Aktie um mehr als 20 Prozent steigen. Der Nettogewinn soll über vier Milliarden Euro zu liegen kommen.

Ohne Polen - also für die etablierten Kernmärkte in Österreich, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Ungarn, Kroatien und Serbien - peilt die Bank ein Kreditwachstum von 6 bis 8 Prozent an. Bisher war ein Plus von 5 Prozent erwartet worden. Der Zinsüberschuss soll um etwa 5 Prozent steigen, der Provisionsüberschuss um 7 bis 9 Prozent.

Bereits vor einigen Tagen hatte die Erste Group auch angekündigt, ihr Ergebnis je Aktie (EPS) bis 2030 auf mehr als 15 Euro verdoppeln zu wollen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Ergebnisses je Titel soll bei 15 Prozent liegen.

(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0941-26) bel/ivn/rst

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 WEB   http://www.erstegroup.com


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