Erste Group schrieb im Halbjahr um 18,6 Prozent mehr Gewinn
Polen-Zukauf schiebt Ergebnisse an - Kundenkredite inklusive Polen plus 21,9 Prozent - Ausblick angehoben
"Die Konsolidierung unserer neuen polnischen Tochterbank hat sich erwartungsgemäß positiv in den ausgewiesenen Zahlen niedergeschlagen. Gleichzeitig sind wir auch in unseren etablierten Märkten im Kerngeschäft stark gewachsen", sagte Stefan Dörfler, CFO der Erste Group, laut Aussendung vom Donnerstag.
Vor allem in Tschechien, Ungarn, Kroatien und Österreich sei die Nachfrage nach Krediten hoch gewesen, schreibt die Bank. Im Privatkundensegment wurden in den Töchtern (ohne Polen) 60.000 neue Wohnbaukredite vergeben. Im Firmenkundensegment betrug das Neugeschäftsvolumen von über 4 Mrd. Euro. Auch die Einlagen legten um 4,5 Prozent (ohne Polen) zu, inklusive der Erste Bank Polska lag das Plus bei 27,9 Prozent auf 323,7 Mrd. Euro. Vor diesem Hintergrund legte der Zinsüberschuss inklusive Polen um 42,3 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro zu, der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 25,1 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Ohne Polen betrugen die Wachstumsraten 6,1 bzw. 8,8 Prozent.
Risikokosten wegen erwarteten Einmaleffekten angestiegen
Die Risikokosten stiegen im Halbjahr deutlich von 182 Mio. Euro auf 583 Mio. Euro an. Ausschlaggebend hierfür waren laut der Bank erwartete Einmaleffekte aus der Integration der Erste Bank Polska. Die Einmaleffekte beliefen sich auf 302 Mio. Euro, weitere 60 Mio. Euro kamen aufgrund des bestehenden Kreditportfolios in Polen dazu. Die Kreditqualität sei jedoch robust geblieben, schreibt die Bank. Die Quote notleidender Kredite (non-performing loans/NPL) blieb mit 2,3 Prozent knapp unter dem Niveau vom Dezember 2025 (2,4 Prozent).
Kostenseitig gab es ebenfalls Zuwächse, die Betriebskosten erhöhten sich inklusive Polen um 30,7 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Treiber waren Personalaufwendungen und Fremdwährungseffekte. Die Kosten-Ertrags-Quote (Cost-Income-Ratio/CIR) verbesserte sich dennoch von 47,7 Prozent auf 44,4 Prozent. Die harte Kernkapitalquote sank von 19,3 Prozent im Dezember 2025 auf 15,2 Prozent.
Ausblick erhöht
Die Bank hat aufgrund der Ergebnisse ihren Ausblick sowohl inklusive als auch exklusive des Polen-Geschäfts angehoben. "Das kräftige Wachstum unseres Kreditportfolios in den vergangenen sechs Monaten hat uns bereits an unser ursprüngliches Kreditvolumenziel von 285 Milliarden Euro herangeführt. Daher erhöhen wir dieses nun auf 290 Milliarden Euro", sagte Bankchef Peter Bosek. Die Eigenkapitalverzinsung (ROTE) soll bei über 20 Prozent liegen, das Ergebnis je Aktie um mehr als 20 Prozent steigen.
Ohne Polen -also für die etablierten Kernmärkte in Österreich, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Ungarn, Kroatien und Serbien - peilt die Bank ein Kreditwachstum von 6 bis 8 Prozent an. Bisher war ein Plus von 5 Prozent erwartet worden. Der Zinsüberschuss soll um etwa 5 Prozent steigen, der Provisionsüberschuss um 7 bis 9 Prozent.
Bereits vor einigen Tagen hatte die Erste Group auch angekündigt, ihr Ergebnis je Aktie (EPS) bis 2030 auf mehr als 15 Euro verdoppeln zu wollen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Ergebnisses je Titel soll bei 15 Prozent liegen.
(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0941-26) bel/ivn
ISIN AT0000652011 WEB http://www.erstegroup.com
Preisinformation
Erste Group Bank AGWeitere News
Disclaimer
Die Wiener Börse übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit der Daten.
© 2026 Wiener Börse AG
Quelle: APA
