AAS verlor Bodenabfertigungslizenz in Wien an Joint Sky Services GmbH
Neuer Lizenznehmer erst drei Tage vor ursprünglicher Ausschreibungsfrist gegründet - Insgesamt fünf Bewerber - AAS-Mitarbeiter werden im Zuge eines Betriebsübergangs übernommen
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Die Airline Assistance Switzerland AG (AAS) hat ihre Bodenabfertigungslizenz am Flughafen Wien verloren. Ende Oktober übernimmt eine burgenländische Firma namens Joint Sky Services GmbH, wie das für die Vergabe zuständige Verkehrsministerium am Dienstag auf APA-Anfrage bestätigte. Als erstes hatte das Online-Portal "Austrian Wings" über den Zuschlag an Joint Sky Services berichtet. Die neue Firma war erst drei Tage vor der ursprünglichen Ausschreibungsfrist gegründet worden.
Laut Verkehrsministerium hatten sich fünf Unternehmen beworben. "Die Auswahl des geeigneten Dienstleisters erfolgte auf Grundlage der in § 6 Abs. 3 FBG vorgesehenen Kriterien. Bewertet wurden jene Aspekte, die für ein reibungsloses Funktionieren des Luftverkehrs am Standort Flughafen Wien unter Wahrung der Betriebssicherheit von wesentlicher Bedeutung sind", erklärte das Ressort.
Zweiter Ground Handler auf großen Flughafen Pflicht
In der EU müssen Flughäfen ab einer gewissen Größe einen zweiten Bodenverkehrsdienstleister haben, damit Airlines eine Alternative zur Abfertigung durch den Flughafenbetreiber haben. AAS betreut in Wien rund zwei Dutzend der insgesamt rund 65 Fluggesellschaften, darunter Turkish Airlines und die IAG-Fluglinien Iberia und British Airways. Vor AAS hatte der türkische Dienstleister Celebi die Lizenz inne, dieser musste sie aber 2020 aufgrund einer vom Bundesverwaltungsgericht festgestellten "mangelhaften" Vergabe vorzeitig abgeben.
Die Lizenz von AAS läuft am 24. Oktober aus. Die Bewilligung für den Nachfolger Joint Sky Services gilt für den Zeitraum vom 25. Oktober 2026 bis zum 22. Oktober 2033 und umfasst die Bereiche Gepäckabfertigung, Fracht- und Postabfertigung sowie Vorfelddienste. Das Verkehrsministerium weist darauf hin, dass im Zuge eines Betriebsübergangs die bestehenden Arbeitsverhältnisse automatisch übernommen werden.
Das Ministerium von Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) hatte die Lizenz im Dezember ausgeschrieben und die Frist für den Eingang der Angebote am 27. Jänner vom 30. Jänner auf den 20. Februar verlängert. Die Joint Sky Services GmbH wurde laut Gesellschaftsvertrag am 27. Jänner gegründet und am 12. Februar im Firmenbuch eingetragen. Als Geschäftsführer fungieren laut "Wirtschaftscompass" Florian Samsinger und Martin Stift. Gesellschafter sind zu je 50 Prozent die britische International Airport Services Holding Ltd und die niederländische Sky Magnum B.V.
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Quelle: APA
