Wiener Börse (Nachmittag) - ATX mit 0,23 Prozent im Minus
Fallende Energiewerte treffen Leitindex - Lenzing mit massiven Abschlägen
Für etwas Entspannung und fallende Ölpreise sorgt die Situation im Nahen Osten. Nach mehreren Tagen ohne gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA hat sich US-Präsident Donald Trump nämlich einmal mehr zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung geäußert. Trump sprach von einer "guten Chance" für eine Einigung mit Teheran - das allerdings direkte Gespräche weiterhin dementierte.
Die Blicke sind zudem auf die Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch gerichtet. Auf der zweiten Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wird erneut keine Änderung beim Leitzins erwartet. Ökonomen rechnen überwiegend damit, dass die US-Notenbanker den Leitzins zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten werden. Zuletzt hatte die Fed im Dezember den Leitzins angehoben.
In Österreich sorgt der Faserhersteller Lenzing mit seiner gestrigen Ankündigung von einem Personalabbau von 2.000 Jobs bis Ende 2027 für Gesprächsstoff. Außerdem soll am Standort Heiligenkreuz im Burgenland Ende 2026 die Produktion auslaufen. Ende 2027 soll der englische Standort Grimsby folgen. Der burgenländische Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth hat am Dienstag von einer "erschreckenden Nachricht" gesprochen. Das Land Burgenland will den Standort in Heiligenkreuz erhalten und kann sich dafür auch eine Beteiligung vorstellen, sollte kein Investor gefunden werden.
Lenzing gaben bisher 11,9 Prozent ab, kamen aber von bereits minus 19 Prozent zurück. Zur Stärkung der Finanzstruktur will Lenzing auch eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten in Höhe von bis zu 300 Mio. Euro durchziehen. Für die Analysten der Deutschen Bank Research kommt der Absturz nicht überraschend. Sie haben in einem Kommentar eine negative Börsenreaktion auf die gestrige Ankündigung erwartet, sehen eine strategische Neuausrichtung nach mehreren Verlustjahren des Konzerns aber generell positiv.
Auch Palfinger gaben nach Zahlen starke 8,9 Prozent nach. Der Salzburger Kranhersteller Palfinger hat im zweiten Quartal die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren bekommen. Dennoch sank der Konzerngewinn im ersten Halbjahr nur leicht um 4 Prozent auf 48 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf rund 1,17 Mrd. Euro. "Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert", so Palfinger-Chef Andreas Klauser.
Weiter im Minus finden sich auch die Papiere des heurigen "ATX-Stars" von AT&S, die weitere Gewinnmitnahmen spüren. AT&S verloren bisher 7,7 Prozent. Gestern verloren sie bereits 13,6 Prozent.
Die sinkenden Ölpreise drücken zudem auf die Kurse der heimischen Energiewerte. SBO verloren 3,1 Prozent, Verbund 1,0 Prozent und die schwergewichtenden OMV 0,6 Prozent.
An der Spitze des ATX standen Raiffeisen Bank International (RBI) mit plus 2,2 Prozent. Auch die weiteren schwergewichteten Bankenwerte lagen leicht im Plus: BAWAG plus 0,2 Prozent, Erste Group plus 0,1 Prozent.
Die Aktien des Caterers Do&Co werden heute ex-Dividende gehandelt und lagen bei minus 1,0 Prozent.
moe/spa
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Quelle: APA
