Palfinger verschiebt Finanzziele für 2027 - Aktie stark unter Druck
Aktie verlor im Handelsverlauf bis zu 10 Prozent - Effizienzprogramm ohne Beschäftigtenabbau soll 25 Mio. Euro bringen - Langfristiger Umsatzschub durch deutsches Finanzpaket und "Defence"
--------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu: Teilweise neu durchgeschrieben mit Zitaten von Palfinger-Pressekonferenz ---------------------------------------------------------------------
Der börsennotierte Salzburger Kranhersteller Palfinger verschiebt aufgrund der verzögerten wirtschaftlichen Erholung der Kernmärkte USA und Deutschland seine Finanzziele für 2027. Die Palfinger-Aktie verlor daraufhin an der Wiener Börse am Dienstag im Handelsverlauf bis zu 10 Prozent. Der Konzerngewinn ging im ersten Halbjahr nur leicht um 4 Prozent auf 48 Mio. Euro zurück. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf rund 1,17 Mrd. Euro.
Palfinger ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Ladekranen, Holz- und Recyclingkranen sowie Hakenliften. Für das Gesamtjahr 2026 will der Salzburger Maschinenbauer einen Umsatz und ein operatives Ergebnis "über dem Vorjahresniveau" erreichen. "Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert", sagte Palfinger-Chef Andreas Klauser. Der Iran-Krieg habe zu "einer Eintrübung des Marktumfelds" in den Regionen Nordamerika, Mittlerer Osten und Asien-Pazifik geführt und habe die "Nachfrageentwicklung stärker als erwartet" belastet. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika sei die Nachfrage "robust" gewesen. Auch die US-Zölle belasten das Unternehmen finanziell, wenn auch Palfinger kürzlich einen kleinen Teil der Zölle in Höhe von rund 900.000 Euro zurückerstattet bekam.
Effizienzprogramm soll 25 Mio. Euro einsparen
Der Kranhersteller hat aufgrund der veränderten Marktbedingungen ein gruppenweites Effizienzprogramm gestartet. Unter anderem will man Strukturen vereinfachen, das globale Produktions- und Beschaffungsnetzwerk optimieren und durch Automatisierung zusätzliche Produktivitätssteigerungen erreichen. Durch das Programm will Palfinger rund 25 Mio. Euro an Strukturkosten einsparen und die Kostenbasis für 2027 stabil halten. Standorte und Beschäftigte seien vom Effizienzprogramm "keinesfalls betroffen", sagte Palfinger-Chef Klauser auf Nachfrage bei der Halbjahrespressekonferenz. Einsparungen im Personalbereich könne man durch Nicht-Nachbesetzung von "natürlichen Abgängen" erreichen.
In den vergangenen Monaten sicherte sich Palfinger Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von über 100 Mio. Euro. Der Auftragsbestand liege bei rund 1,1 Mrd. Euro, sagte Finanzvorstand Felix Strohbichler bei der Pressekonferenz.
Langfristiger Umsatzschub durch deutsches Finanzpaket und "Defence"
Einen langfristigen Umsatzschub erwartet sich Palfinger durch das deutsche Milliarden-Finanzpaket für Infrastruktur und die Bundeswehr bis zum Jahr 2037. Das Finanzpaket wirke noch nicht so schnell, wie man es erwartet habe, sagte der Palfinger-Chef. Auch von der Erhöhung der Militärausgaben in Europa profitiert der Salzburger Kranhersteller. Man sei seit mehr als 25 Jahren Partner im "Defence"-Bereich, so der Firmenchef ohne Umsatzdetails zu nennen.
Die finanziellen Ziele der "Strategie 2030+" belässt der Maschinenbauer trotz der aktuellen volatilen Marktlage unverändert. Palfinger will 2030 einen Umsatz von über 3 Mrd. Euro und eine EBIT-Marge von 12 Prozent erreichen.
cri/ivn
ISIN AT0000758305 WEB http://www.palfinger.com
Preisinformation
Palfinger AGWeitere News
Disclaimer
Die Wiener Börse übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit der Daten.
© 2026 Wiener Börse AG
Quelle: APA
