Wiener Börse (Mittag) - ATX dreht auf plus 0,13 Prozent
Ölpreise und Ruhe im Nahen Osten entspannen - Lenzing verliert stark
Für etwas Entspannung und fallende Ölpreise sorgt die Situation im Nahen Osten. Nach mehreren Tagen ohne gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA hat sich US-Präsident Donald Trump nämlich einmal mehr zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung geäußert. Trump sprach von einer "guten Chance" für eine Einigung mit Teheran - das allerdings direkte Gespräche weiterhin dementierte.
In Österreich kommen heute die Anteilscheine von Lenzing unter die Räder. Der Faserhersteller hatte gestern bekanntgegeben, bis Ende 2027 rund 2.000 Jobs abzubauen. Am Standort Heiligenkreuz im Burgenland läuft Ende 2026 die Produktion aus, im englischen Grimsby Ende 2027. Lenzing gaben bisher 12,9 Prozent ab, kamen aber von bereits minus 19 Prozent zurück. Für die Analysten der Deutsche Bank Research kommt der Absturz nicht überraschend. Sie haben in einem Kommentar eine negative Börsenreaktion auf die gestrige Ankündigung erwartet, sehen eine strategische Neuausrichtung nach mehreren Verlustjahren des Konzerns aber generell positiv.
Auch Palfinger gaben starke 8,9 Prozent nach. Der Salzburger Kranhersteller Palfinger hat im zweiten Quartal die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren bekommen. Dennoch sank der Konzerngewinn im ersten Halbjahr nur leicht um 4 Prozent auf 48 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf rund 1,17 Mrd. Euro. "Die Marktunsicherheit hat im zweiten Quartal 2026 spürbar zugenommen und Investitionsentscheidungen in wichtigen Märkten verzögert", so Palfinger-Chef Andreas Klauser.
Weiter im Minus finden sich auch die Papiere des heurigen "ATX-Stars" von AT&S, die weitere Gewinnmitnahmen spüren. AT&S verloren bisher 3,9 Prozent.
Die sinkenden Ölpreise drücken zudem auf die Kurse der heimischen Energiewerte. SBO verloren 2,6 Prozent, OMV 0,5 Prozent und Verbund 0,4 Prozent.
An der Spitze des ATX standen Raiffeisen Bank International (RBI) mit plus 1,9 Prozent. Auch die weiteren schwergewichteten Bankenwerte lagen im Plus: BAWAG plus 0,5 Prozent, Erste Group plus 0,3 Prozent.
Die Aktien des Caterers Do&Co werden heute ex-Dividende gehandelt und lagen bei minus 1,2 Prozent.
moe/prdab
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Quelle: APA
