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Biogena Good Vibes will an Wiener Börse

21.07.2026, 06:00:00

Neue Biogena-Konzernholding ab August im Handelssegment direct market plus - Wachstum mit Direktkundengeschäft und Apothekenvertrieb

Der Salzburger Mikronährstoff-Produzent Biogena möchte mit einer neuen Holdingstruktur an die Wiener Börse gehen. Die Biogena Good Vibes soll Ende August die gesamte Unternehmensgruppe an die Börse bringen, während die bereits dort gelistete Biogena Group Invest, die an der heimischen Tochter beteiligt ist, zunächst parallel zur neuen Dachholding an der Börse bleiben soll. Mit einer laufenden Kapitalerhöhung will die neue Konzernmutter weiteres Wachstum finanzieren.

Bei der aktuellen außerbörslichen Kapitalerhöhung strebt das Unternehmen einen Bruttoerlös von bis zu 25 Millionen Euro an. Dabei werden bis zu gut fünf Millionen neue Aktien zu einem Preis von 4,803 Euro je Papier angeboten, womit die Biogena Good Vibes mit bis rund 475 Mio. Euro bewertet wird. Über die Nachfrage der bis 22. Juli laufenden Zeichnungsfrist zeigte sich Gründer und CEO Albert Schmidbauer gegenüber der APA zufrieden, zumal ein "erheblicher" Teil der Zeichner aus der bestehenden Community gekommen sei. Insgesamt kämen durch die aktuelle Kapitalerhöhung mindestens 2.000 neue Aktionäre hinzu. Mitte August soll der Antrag zu einer Notierung, Ende August die Handelsaufnahme an der Wiener Börse erfolgen.

Direktkundengeschäft Wachstumstreiber

Biogena produziert Nahrungsergänzungsmittel, die hauptsächlich über den eigenen Webshop vertrieben werden, aber auch in Drogeriemärkten etwa unter der Marke "get your well being" erhältlich sind. Auch weiterhin soll das digitale Direktkundengeschäft Wachstumstreiber bleiben, darüber hinaus will das Unternehmen mit dem Vertrieb über Apotheken ein neues Standbein aufbauen, wobei insbesondere Deutschland als Expansionsmarkt gesehen wird.

Produziert wird in Koppl und Liefering. An ersterem Standort betreibt das Unternehmen auch die "Good Health World" mit Schauproduktion, einem Besucher- und Seminarzentrum, welche mit dem Emissionserlös der laufenden Kapitalerhöhung weiter ausgebaut werden soll. Daneben betreibt das Unternehmen mehrere "Plaza"-Stores, in denen Beratung und diagnostische Angebote im Fokus stehen. Der Mitarbeiterstand liegt derzeit bei über 480.

Umsatz soll bis 2030 auf eine halbe Milliarde Euro steigen

2024/25 wies die Biogena Good Vibes einen Konzernumsatz von knapp 125 Mio. Euro aus, wie aus dem Kapitalmarktprospekt der Holding hervorgeht. Davon seien mehr als 85 Prozent in der DACH-Region erwirtschaftet worden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Wertminderungen (EBITDA) lag bei 19,08 Mio. Euro; das operative Ergebnis (EBIT) bei 8,54 Mio. Euro. Unterm Strich wies die Gruppe Biogena Good Vibes ein Periodenergebnis von 1,82 Mio Euro aus. Für das laufende Geschäftsjahr stellt die Gruppe einen Umsatz von gut 150 Mio. Euro in Aussicht. Bis 2030 soll dieser auf gut 500 Mio. Euro ansteigen.

Weiteres Wachstum soll unter anderem über den Ausbau des Online-Direktkundengeschäfts sowie über den Aufbau des Vertriebs in Apotheken erreicht werden, wobei insbesondere Deutschland als Wachstumsmarkt gesehen wird. Dabei sei die bestehende Produktionsplattform an den Salzburger Standorten ein wesentlicher Vorteil, erklärte Schmidbauer gegenüber der APA. Für die geplante Größenordnung würden die notwendigen Kapazitäten bereits zur Verfügung stehen. Grundsätzlich solle das angepeilte Wachstum organisch erfolgen, Akquisitionen für zusätzliches Wachstum schließt das Unternehmen aber nicht aus.

Die Aktien der neuen Holding sollen an der Wiener Börse im Segment direct market plus gelistet werden und damit nicht im geregelten Markt. Ein Wechsel in ein höher reguliertes Segment sei zwar grundsätzlich Teil der langfristigen Überlegungen, wird aktuell aber erst über einen mehrjährigen Horizont in Aussicht gestellt. Vorstellbar sei auch eine weitere Erhöhung des Streubesitzes. Mehrheitsaktionär soll jedoch Unternehmensgründer Schmidbauer bleiben, der vor Durchführung der aktuellen Kapitalerhöhung gut 90 Prozent der Aktien hält. Dieser will mittelfristig vom operativen CEO zum Executive Chairman wechseln und sich auf Strategie, Marke und Vision konzentrieren - die Mehrheit will er dauerhaft in Familienhand halten.

Biogena Group Invest bleibt an der Börse

Bereits seit 2020 an der Wiener Börse vertreten ist die Biogena Group Invest, die rund vier Prozent der Kommanditanteile an der Biogena, also der Produktentwicklungs- und Vertriebstochter für Österreich, hält. Der internationale Vertrieb ist dagegen in der Biogena International gebündelt, die sich gänzlich im Mantel der neuen Konzernholding befindet. Die etwas verschachtelte Firmenstruktur begründete Schmidbauer mit dem starken Wachstum und der Erweiterung um weitere Geschäftsbereiche in der bisherigen Firmenhistorie. Eine Vereinfachung werde evaluiert, aktuell würde jedoch die Abwicklung der Kapitalerhöhung und die angestrebte Notierung im Vordergrund stehen.

Ebenfalls geprüft werde derzeit eine Verschmelzung der Biogena Group Invest mit der neuen Holding, wobei eine endgültige Entscheidung über die konkrete Struktur und den Zeitplan noch aussteht. Das Umtauschverhältnis werde auf Basis nachvollziehbarer Unternehmensbewertungen bestimmt und soll die Interessen der Aktionäre beider Gesellschaften angemessen berücksichtigen, wie Schmidbauer betont.

spa/ivn


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Quelle: APA