Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursverlusten
Sorgen um Ausweitung des Iran-Kriegs und steigende Ölpreise - Inflationserwartungen der Unternehmen im Euroraum weitgehend unverändert
Sorgen vor einer Ausweitung des Iran-Kriegs und damit zusammenhängend steigende Ölpreise haben zum Wochenauftakt den Anleihenmarkt belastet. Nach einer weiteren Nacht mit gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran wächst die Sorge vor einem noch umfassenderen Krieg. Allerdings gibt es erstmals seit Tagen auch wieder Zeichen für eine mögliche diplomatische Annäherung. So erhielt der Iran eigenen Angaben zufolge Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen. Außenamtssprecher Esmail Baghaei bestätigte eine entsprechende Frage in Teheran, wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete.
Die Ölpreise stoppten zunächst ihren Höhenflug nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten und Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormuz wieder. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Öl-Nordseesorte Brent zur Lieferung im September ging nach Hinweisen auf eine mögliche Entspannung im Iran-Krieg bis auf 86,12 Dollar zurück. Im frühen Handel hatte er die Marke von 91 Dollar überschritten, der höchste Preis seit Juni. Zuletzt hatten die Huthi-Rebellen im Jemen, die vom Iran unterstützt werden, dem benachbarten Saudi-Arabien mit Angriffen auf den Ölhandel über den Seeweg gedroht. Die Meldung sorgte nunmehr wieder für Auftrieb bei den Ölpreisen.
Die Inflationserwartungen der Unternehmen im Euroraum blieben laut einer EZB-Umfrage im Frühjahr weitgehend unverändert. Dies geht aus der am Montag veröffentlichten Befragung über den Zugang von Unternehmen im Euroraum zu Finanzmitteln (SAFE) für das zweite Quartal hervor. Im Mittel (Median) erwarten die mehr als 5.000 befragten Firmen wie bereits im ersten Quartal auf Sicht von einem und von drei Jahren jeweils eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent. Die Umfrage-Ergebnisse dienen der EZB als Orientierungshilfe für den Zinsentscheid am Donnerstag. Die Währungshüter hatten den Leitzins im Juni um einen Viertelpunkt auf 2,25 Prozent angehoben und könnten nach Einschätzung von Fachleuten nun pausieren.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,83 2,83 0,00 7 5 Jahre 3,01 3,00 0,01 14 10 Jahre 3,37 3,35 0,02 26 30 Jahre 3,93 3,90 0,03 28
rst/mik
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Quelle: APA
