Wiener Börse (Nachmittag) - ATX klettert um 0,65 Prozent
Aktienmarkt im Verlauf mit einigem Auf und Ab - Iran-Krieg im Fokus
"Wer derzeit an den Märkten nach Orientierung sucht, findet vor allem neue Fragezeichen", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Für Verunsicherung sorgen aktuell Nachrichten zum Iran-Krieg. Nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran kündigte US-Außenminister Marco Rubio weitere Maßnahmen gegen den Iran an, weil dieser nach seinen Worten unvermindert die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormuz angreift. "Solange der Iran darauf besteht, eine internationale Wasserstraße zu kontrollieren, werden wir darauf reagieren müssen."
Die USA blieben jedoch stets offen für eine diplomatische Lösung, so Rubio. Unterdessen erhielt der Iran eigenen Angaben zufolge Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen. Außenamtssprecher Esmail Baghaei bestätigte eine entsprechende Frage in Teheran, wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete.
Zunächst hatten die Ölpreise im frühen Handel um bis zu vier Prozent zugelegt. Sie gaben dann aber die deutlichen Gewinne wieder ab, als der Iran eine mögliche Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA andeutete.
Mit Blick auf die Einzelwerte hob die Berenberg Bank ihr Kursziel für die Aktien der heimischen Frequentis von 89,0 auf 91,0 Euro an. Die Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien des Technologieunternehmens wurde von Analyst Wolfgang Specht bestätigt. Grund dafür sei ein hohes Wachstum bei Bestellungen (+17 %) und Umsatz (+44 %) in den vorläufigen Daten des ersten Halbjahres, so der Analyst. Dies gelang trotz anhaltender Probleme in der Lieferkette und dem Konflikt in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika, Anm.), die die Projektabwicklung beeinträchtigen würden. Die Bank geht davon aus, dass das Unternehmen weitere Fortschritte in neuen Produktklassen erzielen und eine Reihe von Modernisierungsprojekten in den USA durchführen werde. Die Frequentis-Aktie notierte am Nachmittag mit einem deutlichen Plus von 7,42 Prozent bei 72,40 Euro.
Die Analysten von Deutsche Bank Research bestätigten ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien der heimischen Erste Group. Das Kursziel wurden von der zuständigen Expertin Marlene Eibensteiner von 121,0 auf 125,0 Euro erhöht. Für die bevorstehenden Ergebnisse der Erste Group für das 2. Quartal 2026 erwarten die Deutsche-Bank-Experten eine solide operative Entwicklung, gestützt durch einen voraussichtlich gegenüber dem Vorquartal weiter steigenden Zinsüberschuss, der durch ein robustes Kreditwachstum sowie im Vergleich zum Vorquartal relativ stabile Provisionserträge und Kostenentwicklungen getragen wird. Die Bank-Aktie stieg um 0,54 Prozent auf 112,30 Euro.
Gesucht waren Industrie- und Bauwerte. voestalpine kletterten um 1,61 Prozent. Palfinger gewannen 1,57 Prozent, Strabag 1,05 Prozent. Allerdings ging es etwa für Porr und Wienerberger ein wenig hinab.
Energiewerte wie Verbund und EVN verteuerten sich um mehr als ein Prozent. Aktien der Ölwerte OMV und SBO profitierten von den gestiegenen Ölpreisen. Im prime market legten Zumtobel um 6,41 Prozent zu.
Verluste gab es für Lenzing. Die Aktien des Faserherstellers verloren 1,37 Prozent. AT&S lagen mit 0,49 Prozent im Minus.
rst
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Quelle: APA
