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Addiko-Übernahmekampf - RBI will Mindestangebotsschwelle absenken

06.07.2026, 18:33:00

Bisher 75 Prozent angepeilt - Gesetzliche Schwelle liegt bei 50 Prozent - Beabsichtigte Änderung des Angebots wird derzeit geprüft - Am Montag bei der Übernahmekommission angezeigt

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Stellungnahme Interessenverband für Anleger (5. bis 7. Absatz)
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Wende im Übernahmekampf um die Addiko-Bank: Die Raiffeisen Bank International (RBI) als eine der beiden Bieterinnen (neben der slowenischen NLB) will nun die freiwillige Mindestannahmequote absenken, wie die Bank Montagnachmittag in einer Ad-hoc-Mitteilung bekanntgab. Auf welche Höhe, blieb ungenannt. Bisher unterliegt das Offert einer Mindestannahmequote von mehr als 75 Prozent der rund 19,5 Millionen ausgegebenen Addiko-Aktien.

Die beabsichtigte Änderung des Angebots sei heute, Montag, bei der Übernahmekommission angezeigt worden und werde derzeit von dieser geprüft, teilte das Unternehmen weiters mit.

NLB bietet mehr, RBI hat aber bisher Zusagen über 50 Prozent

Die RBI hatte am 14. Mai 2026 ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zur Kontrollerlangung gemäß § 25a Übernahmegesetz an die Aktionärinnen und Aktionäre der Addiko Bank AG (Addiko) zum Erwerb aller ausgegebenen und ausstehenden auf Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien der Addiko veröffentlicht. Der slowenische Konkurrent Nova Ljubljanska Banka d.d. (NLB) hatte sein Offert Mitte Juni aufgestockt und die Aktionäre auf ihr gesetzliches Rücktrittsrecht hingewiesen.

Die NLB bietet 37,00 Euro je Addiko-Aktie und übertrifft das RBI-Angebot von 26,50 Euro um 10,50 Euro und damit in Summe um etwas mehr als 200 Mio. Euro. Beide Banken machten ihre Angebote bisher von einer Annahmequote von 75 Prozent abhängig, die RBI will nun reduzieren. Da die RBI die gesetzliche Schwelle von 50 Prozent bereits überschritten hat, kann die NLB diese Hürde rechnerisch nur nehmen, wenn Aktionäre ihre Zusagen an die Konkurrenz wieder zurückziehen. Beide Banken werben nun intensiv um verkaufswillige Anteilshaber.

Bisher habe keines der Angebote die jeweils selbstgewählte Mindestannahmequote von 75 Prozent der ausgegebenen und ausstehenden Addiko-Aktien erreicht, betonte der Interessenverband für Anleger (IVA) Montagabend in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Die RBI habe jedoch bekanntgeben, dass ihr zum 29. Juni 2026 bereits Annahmeerklärungen für 50,72 Prozent inklusive der 9,63 Prozent der serbischen Alta Group d.o.o. vorlägen. "Obwohl das Angebot der NLB signifikant höher ist, signalisiert der Börsenkurs eine deutlich größere Erfolgswahrscheinlichkeit für das Angebot der RBI", so der IVA. "Das NLB-Angebot hat aktuell wenig Aussicht auf Erfolg."

Weiterhin Veränderungen möglich

Die Situation sei grundsätzlich sehr dynamisch, erklärte der Interessenverband. Die Bieter könnten ihre Bedingungen noch kurzfristig ändern - etwa, wie nun von der RBI angestrebt, durch eine Reduktion der Annahmeschwelle. Der IVA empfiehlt daher die Annahmefrist bis 22. Juli (17.00 Uhr) voll auszuschöpfen und gegebenenfalls die eigene Depotbank darauf hinzuweisen. Entscheidend für Streubesitzaktionäre dürfte den Angaben zufolge der 17. Juli sein, "da ab diesem Datum keine Widerrufe von bisherigen Annahmeerklärungen mehr möglich sind - auf diese wäre das NLB-Angebot nämlich angewiesen".

"Eine Spatz-in-der-Hand-Taube-auf-dem-Dach-Situation mit einer signifikanten Preislücke sorgt insbesondere bei Streubesitzaktionären für Verunsicherung", betonte IVA-Präsident Florian Beckermann gegenüber der APA. "Interessant wäre es, ob RBI durch eine abermalige Erhöhung des Angebotspreises die eigenen Chancen verbessern möchte." Ein gänzliches Scheitern des Übernahmekampfs würde die Probleme der Addiko seiner Meinung nach jedenfalls nicht lösen.

kre

 ISIN  AT0000606306  AT000ADDIKO0
 WEB   http://www.rbinternational.com/
       https://www.addiko.com/
       https://www.iva.or.at/


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