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Standortsausbau von AT&S in Fehring läuft mit Aussicht auf mehr

03.07.2026, 11:19:00

CEO Michael Mertin schließt weiteren Ausbau in der Oststeiermark nicht aus - Derzeit knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Ausbau des AT&S-Standorts in Fehring mit seinen rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist voll angelaufen. Im Februar hatte der Leiterplattenhersteller aus Leoben angekündigt, rund 30 Mio. Euro in das Werk zu stecken. Am Freitag wurde das zusammen mit dem 50-jährigen Jubiläum des Standorts gefeiert. CEO Michael Mertin sprach von "mehr als nur Serienfertigung". Das regionale Werk sei nun "kein Anhängsel, sondern ein notwendiger Standort" innerhalb des Konzerns.

Als Mertin vor etwa einem Jahr zum ersten Mal in Fehring gewesen sei, sei es ungewiss gewesen, wie es mit dem Standort weitergeht. Der Mitarbeiterstand war auf etwa 300 gesunken. Ein Rundgang und Gespräche mit den Fachkräften hätten Mertin gezeigt, welche Kompetenzen vorliegen. Jeder habe gewusst, was er tat, welche Kunden bedient werden und welche Prozesse notwendig seien: "Das ist leider nicht mehr selbstverständlich", so der CEO, der erst im Mai 2025 das Ruder beim damals etwas strauchelnden Leiterplattenhersteller übernommen hatte.

Neue Maschinen, neue Lehrwerkstätte und Forschungsabteilung

Statt eines Schrumpfens soll nun in Wachstum investiert werden - gemeinsam mit Kunden wie Semikron und Advantest, die sich auch - teils mit Abnahmegarantien - am Investment beteiligen. Mertin schloss auch einen weiteren Ausbau in Fehring, wo "schon lange nicht mehr investiert worden war", nicht aus. Produkte in Fehring würden hier gemeinsam mit Kunden entwickelt: "Das bindet die Kunden auch", so Mertin weiter. "Gemeinsam entwickeln, gemeinsam investieren, anders geht es in der Branche auch nicht mehr."

Die etwa 30 Mio. Euro sollen bis März 2027 in den Standort fließen, unter anderem für bessere und mehr Reinräume und neue Maschinen, eine eigene Forschungsabteilung, eine neue Lehrlingswerkstätte und auch eine "Erlebniswelt", um das Werk für die Bevölkerung zu öffnen und zu informieren, was hergestellt wird.

Knill forderte gesetzliche Rahmenbedingungen für Defense-Chancen

In Fehring werden sogenannte High-Power-Electronics-Komponenten produziert, aber nun auch Halbleitertechnologie - unter anderem für die Medizintechnik, die Mertin als einen Wachstumsmarkt sieht. Die Nachfrage nach Produkten von AT&S sei laut dem CEO momentan höher "als wir bedienen können". Speziell in der neuen Business-Unit Defense sei die "Nachfrage enorm". Sie spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der in den vergangenen Wochen in die Höhe geschossen ist.

Georg Knill, der Präsident der Industriellenvereinigung, hob AT&S als ein Beispiel für Innovationskraft hervor und sprach die wachsende Nachfrage im Defense-Bereich an: "Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist heute ein zentraler Innovations- und Wachstumsmotor für Europa. Schlüsseltechnologien wie Mikroelektronik, Künstliche Intelligenz oder Cybersicherheit stärken nicht nur unsere Verteidigungsfähigkeit, sondern auch die technologische Souveränität, resiliente Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts." Sein Appell richtete sich an die Bundesregierung. Es gelte nun, "Industriekooperationen gesetzlich zu verankern, Rechtssicherheit zu schaffen, Verfahren zu beschleunigen und den Zugang zu Finanzierung sowie europäischen Forschungs- und Industrieprogrammen zu verbessern. Nur so kann Österreich die Chancen der europäischen Zeitenwende für mehr Wertschöpfung, Innovation und hochwertige Arbeitsplätze nutzen", ist Knill überzeugt

Für Fehring stellen die Investitionen eine mittel- bis langfristige Standortsicherung in einer eher strukturschwachen Region dar. Das Werk zähle gemessen am Umsatz zu den größten Leiterplattenwerken Europas und profitiere zunehmend von der steigenden Nachfrage nach in Europa produzierten, sicherheitsrelevanten Hightech-Lösungen. Momentan werden knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und weitere Stellen seien ausgeschrieben, sagte Standortleiter Christopher Hermann.

kor

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AT&S Austria Tech.&Systemtech.

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