Wiener Börse (Nachmittag) - ATX verliert 0,65 Prozent
Nach deutlichen Vortageszuwächsen von 1,77 Prozent beim heimischen Leitindex
Nach den deutlichen Vortagesgewinnen agierten die internationalen Anleger abwartend. Im Verlauf standen die publizierten Preisdaten aus dem Euroraum im Fokus. Die Inflation in der Eurozone hat sich deutlicher als erwartet abgeschwächt. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Juni nur noch um durchschnittlich 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Experten hatten nur mit einem Rückgang auf 3,0 Prozent gerechnet. Im Mai war die Inflationsrate im Zuge des vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschocks auf 3,2 Prozent geklettert. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an.
Auf Unternehmensebene rückte am heimischen Aktienmarkt Agrana mit vorgelegten Geschäftszahlen in den Fokus. Der Wiener Zuckerkonzern hat im 1. Quartal 2026/2027 im Jahresvergleich weniger Umsatz eingefahren, aber die Ergebniszahlen verbessert. Der Umsatz gab nach vorläufigen Zahlen von 880,2 auf 855,3 Mio. Euro nach, das operative Ergebnis hingegen erhöhte sich von 25,7 auf 33,2 Mio. Euro. Die Agrana-Titel legten 2,1 Prozent zu.
Die Hauptaktionäre der AT&S AG wollen Gewinne aus dem satten Kursanstieg von 1.135 Prozent auf Jahressicht realisieren. Die privaten Stiftungen Androsch und Dörflinger boten am Dienstag über Bank of America Securities insgesamt 567.000 Aktien an, berichtete Bloomberg. Der Anteil wird auf Basis des Schlusskurses von 211 Euro am Dienstag auf rund 120 Millionen Euro geschätzt. Die Analysten der Erste Group werten den Anteilsverkauf als fundamental neutral, aber mit einem leicht negativen Beigeschmack. Die AT&S-Titel fielen um 0,7 Prozent, nachdem sie am Vortag noch um fast zehn Prozent hochgesprungen waren.
Abwärts ging es auch mit den Aktien der schwergewichteten Banken. BAWAG verbilligten sich um 0,3 Prozent und Erste Group um 1,5 Prozent. Die Aktionäre der Raiffeisen Bank International mussten ein Minus in Höhe von zwei Prozent verbuchen.
Klar im Plus notierte die FACC-Aktie mit einem Zuwachs in Höhe von 4,1 Prozent. Dahinter verteuerten sich die Frequentis-Titel um 3,5 Prozent.
Die OMV hat in ihren Raffinerien in Schwechat und Burghausen die Produktion von Diesel zugunsten von Kerosin gedrosselt. Die Preise für Flugbenzin waren nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran extrem gestiegen. Bei Diesel war in Österreich zudem in die Raffineriemargen eingegriffen worden, was es für den teilstaatlichen Öl- und Gaskonzern lukrativer machte, den Kerosin-Anteil hochzuschrauben. "Das geht aber nicht beliebig", sagte OMV-Chef Alfred Stern am Mittwoch. Die OMV-Titel tendierten mit plus 0,3 Prozent nur wenig verändert.
ste/spa
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Quelle: APA
