Wien Energie und OMV: Geothermie-Tests in Aspern besser als erwartet
Anlage soll 25.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen - Wassertemperatur und Leistung höher als erwartet - Inbetriebnahme Anfang 2029 geplant - 90 Mio. Euro Investitionsvolumen
Bei den sogenannten Looptests wurde seit vergangenem Herbst erstmals Formationswasser aus rund 3.000 Metern Tiefe an die Oberfläche gefördert und in einem geschlossenen Kreislauf wieder in den Gesteinsuntergrund, das Aderklaaer Konglomerat, zurückgeleitet. Dabei wurden Temperaturen von 104 Grad Celsius gemessen, erwartet hatten die Projektpartner im Vorfeld lediglich 100 Grad. Aufgrund der ebenfalls vielversprechenden Durchflussmenge gehen OMV und Wien Energie nun von einer thermischen Leistung von 25 Megawatt anstelle der prognostizierten 20 Megawatt aus.
90 Mio. Euro Investitionsvolumen
Das geplante Investitionsvolumen für den Standort in der Seestadtstraße beträgt rund 90 Mio. Euro. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln der Umweltförderung des Klimaschutzministeriums, durch den Klima- und Energiefonds sowie die Europäische Investitionsbank. Die der Testphase vorangegangenen Tiefenbohrungen waren bereits im Juli 2025 abgeschlossen worden. Die Anlage in Aspern ist das Pilotprojekt des von OMV und Wien Energie gegründeten Joint Ventures "deeep".
In den kommenden Monaten starten die Detailplanung und die Ausschreibungen für die Komponenten der Obertage-Anlage, in der dem Wasser künftig über Wärmetauscher die Energie entzogen wird. Die Errichtung des Anlagen-Gebäudes ist ab Anfang 2027 vorgesehen, mit der Inbetriebnahme rechnen die Unternehmen aufgrund von behördlichen Verfahrens- und Lieferzeiten Anfang 2029. Langfristig wollen die Partner in Wien bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 200 Megawatt errichten, um umgerechnet 200.000 Haushalte mit Wärme zu versorgen. Bis 2040 will die Wien Energie etwa ein Viertel der Wiener Fernwärme aus Tiefengeothermie gewinnen.
ivn/tsk
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Quelle: APA
