Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursverlusten
Nahost-Unsicherheit und EZB-Reden im Blick
Der Euro-Bund-Future fiel um 0,30 Prozent auf 126,13 Punkte. Europaweit zogen die Renditen insbesondere bei den mittel- bis langfristigen Laufzeiten an.
Mit Blick auf den Nahen Osten herrscht nach Unterzeichnung des Iran-Rahmenabkommens weiter Unsicherheit. Für Freitag anberaumte weiterführende Gespräche zwischen den USA und dem Iran wurden abgesagt, was den Ölpreisen zeitweise etwas Auftrieb gab. Hintergrund waren neue Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Jüngsten US-Angaben zufolge haben sich die beiden Kontrahenten mittlerweile aber auf eine Waffenruhe geeinigt.
Mangels marktbewegender Konjunkturdaten und feiertagsbedingter Handelspause in den USA kamen die Impulse ansonsten vor allem von Äußerungen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB). So könnte die Notenbank die Zinsen laut Ratsmitglied Pierre Wunsch schon im Juli erneut anheben, sollten sich Anzeichen für ein Übergreifen des Ölpreisanstiegs auf andere Bereiche verdichten. Wenn sich die Daten nicht in die richtige Richtung entwickelten, würde er für eine zweite Anhebung plädieren und nicht für weiteres Abwarten.
Dies folgte auf Aussagen des EZB-Chefvolkswirten Philip Lane vom Donnerstag, der darauf hinwies, dass sich der neutrale Zinssatz der Eurozone leicht nach oben verschoben habe. Die Obergrenze der Spanne aus verschiedenen Modellen sei demnach von 2,25 auf 2,50 Prozent gestiegen.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,69 2,68 0,01 5 5 Jahre 2,86 2,81 0,05 14 10 Jahre 3,23 3,17 0,06 25 30 Jahre 3,81 3,75 0,06 28
spa/ste
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Quelle: APA
