Post will in kommenden Jahren in Tirol keine Filialen schließen
Und 30 neue Poststellen bis 2028 schaffen - Generaldirektor Oblin und LH Mattle wollen in die "Offensive" gehen
Dies erklärte die Post auf APA-Nachfrage. Man plane "sogar einen weiteren Ausbau unserer Poststellen" und wolle "durch zusätzliche Postpartner und Poststationen Ende nächstes Jahres auf 300 Standorte kommen - das sind um 40 Prozent mehr als noch vor drei Jahren", hieß es. Landeschef Mattle betonte im Zuge eines gemeinsamen Medientermins mit Post AG-Generaldirektor Walter Oblin, dass in Zukunft von Post-Schließungen abgerückt werde, neue Poststellen geschaffen und die Konditionen für Postpartner verbessert werden sollen.
Jenbach gerettet
In den vergangenen Jahren habe sich der Prozess der Filial-Schließungen verlangsamt, nun soll dieser ausgesetzt werden, wurde verlautet. Die ursprünglichen Pläne seien von der Post überarbeitet worden, die Schließung der Postfiliale Jenbach werde zurückgenommen. Weitere Postpartner würden ergänzt, um eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Versorgungslücken sollen ehestmöglich geschlossen werden, konkret im Oberen Lechtal (Bezirk Reutte), in Imst und Umgebung (Bezirk Imst), in Neustift im Stubaital (Bezirk Innsbruck-Land) sowie in der Iselregion und im Lienzer Talboden in Osttirol.
Die Post war es unterdessen wichtig zu verdeutlichen, dass man in Tirol schon bisher in der Offensive war, diese treibe man nunmehr weiter voran. "Tirol ist für uns ein klares Zukunftsland. Wir investieren hier in ein starkes und flächendeckendes Netz, in moderne Standorte, in unsere Partner*innen vor Ort und in die schrittweise Umstellung auf elektrische Zustellung bis 2030", erklärte Oblin.
Fünf-Punkte-Plan
Konkret wurde ein "Fünf-Punkte-Plan", präsentiert, mit dem man die Postversorgung in Tirol langfristig absichern und gleichzeitig weiter ausbauen" wolle. Die fünf Punkte lauteten auf "Weiterführung der Poststellen-Offensive", "Keine ersatzlose Schließung von Poststellen", "Unterstützung der Postpartner bei der Optimierung des Ressourceneinsatzes", "Weiterentwicklung des Provisionsmodells" und "Bekenntnis zu hoher Zustellqualität".
Neben dem "Erfolgsmodell Postpartner" wurde hervorgestrichen, dass auch die "ökologische Transformation" in Tirol vorangetrieben werde. So seien etwa bereits heute 400 der rund 650 Zustellfahrzeuge mit E-Antrieb ausgestattet, die vollständige Umstellung sei bis 2030 geplant.
Zufrieden zeigte sich jedenfalls auch der bei dem Pressetermin ebenfalls anwesende Tiroler Gemeindeverbandspräsident Karl-Josef Schubert (ÖVP), der zuletzt auch etwas alarmiert war. "Gerade im ländlichen Raum und in den Tiroler Tälern braucht es starke und dauerhafte Lösungen, damit die Menschen vor Ort auf kurze Wege und gute Services vertrauen können", erklärte Schubert. Man werde den Dialog mit der Post jedenfalls fortsetzen.
Unmut vergangenes Jahr
Mattle hatte sich vergangenen November verärgert ob so mancher Post-Entwicklungen in Tirol gezeigt und das Unternehmen aufgefordert, von weiteren Schließungen Abstand zu nehmen, bis ein gemeinsamer Grundversorgungsplan für Tirol erarbeitet sei. In diesem Plan brauche es dann ein Einvernehmen über ein Mindestangebot bzw. eine Mindestanzahl an Postämtern. Es gebe nur mehr rund 30 Gemeinden mit einem eigenen Postamt, äußerte Mattle damals Besorgnis.
Die teilstaatliche, börsennotierte Post AG reagierte zunächst eher reserviert, betonte aber gleichzeitig, gesprächsbereit zu sein. Und verwies auf ein ohnehin vorhandenes dichtes Netz an Poststandorten. Dies tat man auch am Freitag: 274 Poststellen gebe es derzeit in Tirol, seit 2020 habe man rund 80 Mio. Euro im Bundesland investiert. Weitere zehn Mio. Euro seien nunmehr in den kommenden Jahren geplant.
ede/stf
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Quelle: APA
