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Wiener Börse (Mittag) - ATX um 1,6 Prozent erholt

11.06.2026, 11:39:00

Vor EZB-Entscheid - Bankaktien stark - Do&Co nach Zahlen erholt

Der Wiener Aktienmarkt hat am Donnerstag vor der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Erholungsversuch gestartet. In einer allgemein freundlichen Entwicklung waren insbesondere klare Erholungsgewinne im Bankensektor dafür verantwortlich, dass der ATX am späten Vormittag um 1,62 Prozent auf 6.065,42 Punkte stieg. Für den ATX Prime ging es um 1,54 Prozent auf 2.992,95 Zähler hinauf. Das europäische Umfeld tendierte ebenfalls höher.

Am Nachmittag dürfte die EZB nach rund einem Jahr stabiler Leitzinsen mit einer Zinsanhebung auf den ölpreisbedingten Inflationsschub reagieren. "Fraglich ist, ob weitere Schritte in Aussicht gestellt werden", schreiben die Ökonomen der Helaba in ihrem Tagesausblick. "Mit einem klassischen Zinserhöhungszyklus ist wohl nicht zu rechnen, Handlungsbereitschaft dürfte aber erneut signalisiert werden."

Die jüngsten Entwicklungen am Persischen Golf brachten nur einen moderaten Anstieg der Ölpreise mit sich und belasteten die Aktienkurse daher kaum. Die USA und der Iran beschossen sich in der zweiten Nacht in Folge heftig gegenseitig - womit sich der Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt.

Den ATX-Spitzenplatz eroberten die Titel der Do&Co, die nach Zahlen um 7,8 Prozent anzogen. Sie berappelten sich so nach den jüngsten Abschlägen. Der Caterer meldete für das Geschäftsjahr 2025/26 Umsatz- und Gewinnanstiege und übertraf zudem die Konsensschätzungen. Analystin Vladimira Urbankova von der Erste Group verwies auf eine weiterhin starke Nachfrage in allen Geschäftsbereichen. Während die Krise im Nahen Osten die Planungssicherheit voraussichtlich beeinträchtigen werde, erhalte das Segment "International Event Catering" Rückenwind durch das Catering bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026.

Ansonsten erholten sich viele ATX-Aktien wieder von den zur Wochenmitte erlittenen Kursverlusten. Erste Group und RBI stiegen um 2,8 respektive 3,9 Prozent. voestalpine legten um zu 1,7 Prozent zu. AT&S verteuerten sich nach endgültigen Zahlen wieder um gut vier Prozent.

Außerhalb des Leitindex kamen Kapsch TrafficCom nicht vom Fleck. Der Mautausrüster erwartet nach einer deutlichen Abschmelzung der Umsatz- und Ergebnisprognose im Februar nun laut vorläufigem Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 doch etwas stärkere Zahlen als zuletzt prognostiziert. Auf der positiven Seite scheine sich das Geschäft im März belebt zu haben, kommentierte Erste-Analyst Daniel Lion. Der nun verzögerte Geschäftsbericht hinterlasse jedoch einen negativen Beigeschmack.

spa/ste

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