Bank Austria: Wirtschaft erholt sich 2026 in allen Bundesländern
Tirol und Wien 2025 beim Wachstum voran - Kärnten 2026 nach Minusjahr dank KI-Investitionen an der Spitze - Arbeitslosigkeit stagniert auf hohem Niveau
Im vergangenen Jahr verzeichnete Österreich insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent, wobei sich die Bundesländer sehr uneinheitlich entwickelten. Tirol (plus 1,9 Prozent) und Wien (plus 1,1 Prozent) fungierten als Zugpferde. Schlusslicht war Kärnten mit einem Rückgang von 0,9 Prozent, gefolgt vom stagnierenden Oberösterreich (minus 0,2 Prozent). "Nach zwei schwachen Jahren befand sich die Konjunktur 2025 in einer Phase der Bodenbildung", erklärte Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer.
Keine Entspannung am Arbeitsmarkt
Getragen wurde die leichte Stabilisierung im Vorjahr vom Dienstleistungssektor, insbesondere der öffentlichen Verwaltung, dem Gesundheitswesen, den Finanzdienstleistungen, dem Immobilienwesen und dem Handel. Die Industrie lieferte erste zarte Impulse, blieb aber wie die Bauwirtschaft - die wegen hoher Kosten um 2,9 Prozent schrumpfte - verhalten. Der Tourismus verzeichnete zwar steigende Nächtigungen, trug aufgrund gestiegener Kosten aber kaum zum realen Wertschöpfungswachstum bei. Die Arbeitslosenquoten stiegen 2025 in allen Bundesländern. Österreichweit lag die Quote laut Bank Austria bei 7,4 Prozent.
Kärnten wächst heuer am stärksten
Für 2026 prognostiziert die Bank Austria für ganz Österreich ein moderates Plus von 0,8 Prozent. Alle Bundesländer sollen wieder wachsen, wobei Kärnten mit 1,4 Prozent das stärkste Plus verzeichnen dürfte - angetrieben maßgeblich durch Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Tirol und Wien folgen mit jeweils 1,0 Prozent. Der Arbeitsmarkt wird sich laut den Ökonomen jedoch kaum entspannen: Die Arbeitslosenquote dürfte 2026 österreichweit bei 7,5 Prozent liegen, nach 7,4 Prozent im Jahr 2025. Leichte Rückgänge werden lediglich in Kärnten und Oberösterreich erwartet.
Iran-Krieg und US-Zollpolitik dämpfen Ausblick
Belastet wird der Ausblick weiterhin von geopolitischen Risiken, insbesondere dem Iran-Krieg, sowie von Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-Zollpolitik. Diese Faktoren könnten die internationale Nachfrage dämpfen und insbesondere exportorientierte Regionen treffen.
ivn/cri
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Quelle: APA
