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Ungarn - UNIQA-Chef hofft auf Senkung der Sondersteuern

29.05.2026, 13:08:00

Nach Regierungswechsel gebe es mittelfristig Chance auf Reduktion oder Abschaffung der Abgaben - Brandstetter: Kaum Iran-Auswirkungen auf UNIQA, Klimakrise beschäftigt Industrie weiter

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Weitere Aussagen im Klub der Wirtschaftspublizisten (Absätze 6 bis 8)
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UNIQA-Chef Andreas Brandstetter erhofft sich nach dem Regierungswechsel in Ungarn eine Senkung oder eine Abschaffung der dort eingehobenen Sondersteuern für ausländische Unternehmen. Mit dem europapolitischen Kurswechsel des neuen Ministerpräsidenten Peter Magyar gebe es die Chance, "dass sich in Ungarn mittelfristig - das wird sicher nicht morgen sein - Standards etablieren, die jenen der anderen EU-Märkte entsprechen", sagte er am Freitag im Gespräch mit der APA.

In Österreich sind vor allem der Handelskonzern Spar, aber auch Banken wie Raiffeisen und Erste Group sowie Versicherungen von den unter dem ehemaligen Premier Viktor Orbán eingeführten Abgaben betroffen. Für die UNIQA ist Ungarn ein Kernmarkt, der sich zuletzt "sehr gut" entwickelt habe, betonte Brandstetter. Im vergangenen Jahr seien die Prämien dort bei über 330 Mio. Euro gelegen, die Sondersteuer mache jährlich einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag aus.

Für Bewegung in der Sache sei angesichts der ungarischen Budgetsituation allerdings Geduld gefragt, so der Manager weiter. Magyar selbst hatte zuletzt in Wien neben Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) auf die knappen Staatskassen seines Landes verwiesen, aber eingeräumt, dass man "auf lange Sicht über verschiedene Steuern sprechen" könne.

Kaum direkte Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die UNIQA

Weniger Auswirkungen auf die UNIQA hat der Iran-Krieg. Als Versicherer trete man in Nahost nicht auf, Staatsanleihen in der Region habe man vor einigen Wochen verkauft. Die negative Belastung daraus sei überschaubar gewesen, sagte Brandstetter. Man müsse nun aber sehen, wie sich der Krieg auf die Gesamtwirtschaft bzw. auf Inflation, Zinsen und Lieferketten auswirken werde. "Da ist es zu früh, um eine Prognose abzugeben."

Die zuletzt vergleichsweise äußerst geringen Schäden aus Naturkatastrophen bezeichnete der UNIQA-Chef als "Anomalie", das Jahr 2025 in dieser Hinsicht als "trügerische Erholungspause". "Ich will jetzt nicht die Kassandra (Figur aus der griechischen Mythologie, Anm.) spielen, aber ich bin mir sehr sicher, dass von allen globalen Trends, die wir gerade erleben, der Kampf gegen den Klimawandel neben der Künstlichen Intelligenz das große Thema sein wird." Für die Industrie bedeute das steigende Belastungen aus Naturkatastrophen.

Boom bei privater Krankenversicherung erwartet

Einen Boom ortet Brandstetter indes in der privaten Krankenversicherung. Diese sei "längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen", mittlerweile würden 40 Prozent der Bevölkerung in Österreich über eine solche verfügen - Tendenz steigend, auch bei jüngeren Personen, sagte er im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Über die Branche hinweg hätten im vergangenen Jahr 88.000 Personen eine solche Versicherung abgeschlossen, die private Krankenversicherung sei also keineswegs nur "Produkt für Millionäre".

Generell müsse man sich Gedanken machen, wie die Prävention im Gesundheitssystem gestärkt und die Gesundheitsausgaben gesenkt werden könnten. Ein Hebel sei dabei etwa die Gesundenuntersuchung, die nach wie vor von wenig Menschen wahrgenommen werde, aber "gut investierte Zeit" sei. Immer bedeutender werde auch das Thema Telemedizin, um überfüllte Spitäler zu entlasten, die die UNIQA beispielsweise über ihre Plattform Mavie anbietet.

Den Staat gefordert sieht Brandstetter bei den Pensionen. Hier gehe es darum, nicht nur das faktische, sondern auch das gesetzliche Pensionsantrittsalter zu erhöhen. Selbst räumte er Fehler bei der UNIQA in der Vergangenheit ein, als das Unternehmen sich von erfahrenen, älteren Mitarbeitenden getrennt habe. Zukünftig wolle man einen Beitrag leisten, das faktischen Antrittsalter zu heben, indem man dies vermeide, aber beides - gesetzliches und faktisches Antrittsalter - müsse "Hand in Hand" gehen. Die Regierungspläne für eine Stärkung der betrieblichen Vorsorge begrüßte Brandstetter, zumal darin auch eine Chance für die Lebensversicherung bestehe. Geplant ist die Option, dass Gelder aus der Mitarbeitervorsorge nicht nur in eine Pensionskasse, sondern auch in eine Lebensversicherung umgewidmet werden können.

Gewinnsteigerung im ersten Quartal

Erfreut zeigt sich Brandstetter über die Zahlen zum ersten Quartal. Die verrechneten Prämien stiegen um 14,4 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Steuern legte um 5,9 Prozent auf 160 Mio. Euro zu. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen.

tpo/tsk

 ISIN  AT0000821103
 WEB   http://www.uniqagroup.com


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UNIQA Insurance Group AG

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Quelle: APA