Tourismus-KV - Dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis
Arbeitgebervertreter boten zuletzt 3 Prozent Plus, die Gewerkschaft forderte aber mindestens 3,6 Prozent
--------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu: Neu aufgezogen, 3. Verhandlungsrunde ohne Ergebnis ---------------------------------------------------------------------
Das Tauziehen um einen neuen Kollektivvertrag in der Gastronomie und Hotellerie geht weiter: Auch die dritte Verhandlungsrunde verlief ohne Ergebnis, wie die Wirtschaftskammer in einer Aussendung am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitgeber sprachen von "sachlichen Gesprächen".
"Wir haben heute erneut unsere Bereitschaft gezeigt, eine wirtschaftlich tragfähige Lösung und zugleich sozial ausgewogene Lösung für die vielen Mitarbeiter:innen der Branche zu finden, und ein faires Angebot auf den Tisch gelegt", so die WKÖ-Obmänner der Fachverbände Hotellerie und Gastronomie, Georg Imlauer und Alois Rainer. Ein neuer Verhandlungstermin wurde vorerst nicht bekannt gegeben.
Die Arbeitgeber boten zuletzt 3 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung, die Arbeitnehmervertreter forderten aber mindestens 3,6 Prozent. Seit mehreren Wochen gehen die Wogen rund um den neuen Tourismus-KV mit gegenseitigen Vorwürfen hoch, gestern hat die vida die Bedingungen in der Tourismusbranche erneut scharf kritisiert. Die WKÖ sieht die Vorwürfe als mediale Hetzkampagne gegen die Unternehmen in der Branche.
Strukturelle Missstände oder Einzelfälle?
Die vida prangerte bei der Veranstaltung "Menschenhandel, Schwarzarbeit, Übergriffe, sexuelle Belästigung und niedrige Löhne" an und behauptete, dass die Arbeitgeber die Augen vor der Realität in der Branche verschließen würden.
Die WKÖ stemmt sich gegen "die laufenden öffentlichen Pauschalangriffe der Gewerkschaft" und spricht von einzelnen Vorwürfen beziehungsweise Einzelfällen, die ins Rampenlicht gezerrt würden. "Missstände oder Gesetzesverstöße dürfen selbstverständlich niemals toleriert werden und müssen konsequent geahndet werden", betonte die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Susanne Kraus-Winkler, dieser Tage in einer Aussendung.
Es sei aber "problematisch, wenn durch pauschale öffentliche Zuspitzungen das Bild einer gesamten Branche verzerrt dargestellt" werde, sagte die WKÖ-Bundesspartenchefin in Richtung Gewerkschaft. Weiters bezeichnete sie es als verantwortungslos, eine der wichtigsten Branchen des Landes derart in Misskredit zu bringen.
Härtere Strafen bei Verstößen gefordert
"Wir haben die Realität der Branche aufgezeigt", kontert vida-Chef Roman Hebenstreit den Vorwurf der Wirtschaftskammer, dass die Gewerkschaft die Branche aufgrund von einzelnen schwarzen Schafen schlechtreden würde. Lohn- und Sozialdumping, Sozialbetrug, nicht ausbezahlte Überstunden und sexuelle Übergriffe seien keine Einzelfälle. Von der Politik fordert die vida einen Kurswechsel und härtere Strafen bei Verstößen.
Zumindest in diesem letzten Punkt sind sich die Kammer und die Gewerkschaft anscheinend einig. Insgesamt ist die Gesprächsbasis der Verhandlungspartner aber massiv angeknackst.
cri/bel/kre/cgh/moh
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Quelle: APA
