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Tourismus-KV - Ringen um höhere Löhne geht in die nächste Runde Topbusiness und Touristik-Line

21.05.2026, 12:28:00

Gespräche starten am frühen Nachmittag - Arbeitgebervertreter bieten 3 Prozent Plus, die Gewerkschaft fordert aber mindestens 3,6 Prozent

Die bisher recht holprigen Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten in der Gastronomie und der Hotellerie gehen heute in die dritte Runde. Die Gespräche zwischen der Wirtschaftskammer und der Gewerkschaft vida starten am frühen Nachmittag. Die Arbeitgeber bieten 3 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung, die Arbeitnehmervertreter fordern aber mindestens 3,6 Prozent, nach zuvor 3,8 Prozent. Seit Beginn der Woche gehen die Wogen mit gegenseitigen Vorwürfen wieder hoch.

Trotz der mehr als einmonatigen Verhandlungspause sind die Gemüter auf beiden Seiten erhitzt, die Fronten scheinen verhärtet zu sein. So erachtet die WKÖ etwa die gestrige Pressekonferenz der Gewerkschaft mit dem Titel "Tourismusboom ohne Beschäftigte: Warum dem Aushängeschild Österreichs seine Mitarbeiter:innen ausgehen", die just einen Tag vor der nächsten KV-Verhandlungsrunde angesetzt wurde, als mediale Hetzkampagne gegen die Unternehmen in der Branche.

Strukturelle Missstände oder Einzelfälle?

Die vida prangerte bei der Veranstaltung "Menschenhandel, Schwarzarbeit, Übergriffe, sexuelle Belästigung und niedrige Löhne" an und behauptete, dass die Arbeitgeber die Augen vor der Realität in der Branche verschließen würden.

Die WKÖ stemmt sich gegen "die laufenden öffentlichen Pauschalangriffe der Gewerkschaft" und spricht von einzelnen Vorwürfen beziehungsweise Einzelfällen, die ins Rampenlicht gezerrt würden. "Missstände oder Gesetzesverstöße dürfen selbstverständlich niemals toleriert werden und müssen konsequent geahndet werden", betonte die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Susanne Kraus-Winkler, dieser Tage in einer Aussendung.

Es sei aber "problematisch, wenn durch pauschale öffentliche Zuspitzungen das Bild einer gesamten Branche verzerrt dargestellt" werde, sagte die WKÖ-Bundesspartenchefin in Richtung Gewerkschaft. Weiters bezeichnete sie es als verantwortungslos, eine der wichtigsten Branchen des Landes derart in Misskredit zu bringen.

Härtere Strafen bei Verstößen gefordert

"Wir haben die Realität der Branche aufgezeigt", kontert vida-Chef Roman Hebenstreit den Vorwurf der Wirtschaftskammer, dass die Gewerkschaft die Branche aufgrund von einzelnen schwarzen Schafen schlechtreden würde. Lohn- und Sozialdumping, Sozialbetrug, nicht ausbezahlte Überstunden und sexuelle Übergriffe seien keine Einzelfälle. Von der Politik fordert die vida einen Kurswechsel und härtere Strafen bei Verstößen.

Zumindest in diesem letzten Punkt sind sich die Kammer und die Gewerkschaft anscheinend einig. Insgesamt ist die Gesprächsbasis der Verhandlungspartner aber massiv angeknackst. Auf einen erfolgreichen KV-Abschluss in den kommenden Stunden ist also bestenfalls zu hoffen.

kre/cgh

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Quelle: APA