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Wiener Börse (Mittag) - ATX gewinnt weitere 0,76 Prozent

21.05.2026, 12:08:00

Europäisches Umfeld nach starken Vortageszuwächsen ebenfalls erneut im Plus - Zahlenvorlagen von AT&S, SBO, CA Immo, Strabag und Flughafen Wien

Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag im Mittagshandel mit einer festeren Tendenz gezeigt. Der heimische Leitindex ATX legte 0,76 Prozent auf 5.948,81 Punkte zu, nachdem er bereits zur Wochenmitte 1,15 Prozent gewonnen hatte.

Auch an den europäischen Leitbörsen ging es im Verlauf nach den deutlichen Vortageszuwächsen weiter nach oben. Die mit Spannung erwarteten Quartalsergebnisse des KI-Schwergewichtes Nvidia lieferten am Vorabend nach US-Börsenschluss aber keinen klaren Handelsimpuls. Goutiert werden international die erneut rückläufigen Rohölpreise.

Am heimischen Aktienmarkt rückten auf Unternehmensebene AT&S, SBO, CA Immo, Strabag und der Flughafen Wien mit präsentierten Geschäftszahlen in den Fokus. Die Titel von AT&S reagierten mit Kursabschlägen von 2,6 Prozent auf die Ergebnisvorlage am deutlichsten. Zur Wochenmitte hatten die Titel des Leiterplattenherstellers aber noch mehr als zwölf Prozent gewonnen.

AT&S hat im Wirtschaftsjahr 2025/26 zwar den Umsatz auf 1,79 Mrd. Euro klar gesteigert, beim Ergebnis rutschte der Leiterplattenhersteller jedoch in die roten Zahlen. Das Unternehmen schrieb ein Minus von 25,6 Mio. Euro. Daher soll auch diesmal die Dividende ausfallen. Für heuer peilt der Konzern einen Gewinn im niedrigen dreistelligen Millionenbereich an. Die Analysten der Erste Group bewerteten das Zahlenwerk mit starken Verbesserungen und besser als erwartet bei der Profitabilität.

Der niederösterreichische Ölfeldausrüster SBO hat im ersten Quartal 2026 einen massiven Ergebnisrückgang verbucht. Das Ergebnis nach Steuern fiel auf null. Gleichzeitig stiegen aber die Auftragseingänge im Jahresvergleich an. Die SBO-Titel fielen um 1,2 Prozent. Mit Ausnahme des Ordereinganges verfehlten die Zahlen für das abgelaufene Jahresviertel die Prognosen der Erste Group.

Der größte österreichische Baukonzern Strabag hat seine Produktionsleistung heuer im ersten Quartal erhöht. Das Unternehmen gab einen Zuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 4 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro bekannt. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Bauriese mit einer erwarteten Bauleistung von "rund 22 Mrd. Euro". Das entspräche einem Anstieg von 8 Prozent. Die Strabag-Aktie baute ein Plus von 2,8 Prozent.

Das Immobilienunternehmen CA Immo hat im ersten Quartal weniger Gewinn gemacht. Das Konzernergebnis sank auf 16,6 Mio. Euro, nach 22,5 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Auch die Mieterlöse sanken, um 18 Prozent auf 55,9 Mio. Euro. Grund für den Rückgang sei der Verkauf mehrerer Immobilien. Hier gab es ein Plus von 0,4 Prozent zu sehen.

Der Flughafen Wien hat heuer zum Jahresauftakt ein besseres Ergebnis verbucht. Der Gewinn legte um 5,3 Prozent auf 42 Mio. Euro zu, der Umsatz kletterte um 6,1 Prozent auf 239,6 Mio. Euro. Das Passagieraufkommen von Jänner bis April sank in Wien um 1,5 Prozent, die gesamte Flughafen-Wien-Gruppe mit den Airports Wien, Malta und Kosice verzeichnete ein Plus von 2,9 Prozent. Die Airport-Aktie tendierte mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent. Die präsentierten Zahlen lagen laut Erste Group leicht über den Erwartungen.

Ins Blickfeld rückten auch neue Analystenmeinungen. Die Experten der Berenberg Bank haben ihr Kursziel für die Aktien des Verbund von 65,00 auf 59,80 Euro gekürzt. Das Anlagevotum "Hold " wurde für die Titel des Versorgers unverändert beibehalten. Die Verbund-Titel notierten mit plus 1,4 Prozent auf 60,75 Euro.

Die Erste Group hat ihr Kursziel für die Aktien der Kapsch TrafficCom von 5,80 auf 6,30 Euro angehoben. Die Anlageempfehlung "Hold" wurde für die Titel des Mautsystemanbieters bestätigt. Die Papiere zeigten sich mit plus 0,4 Prozent auf 5,68 Euro.

Ins Blickfeld rückte auch eine Konjunktureinschätzung. Die am Donnerstag in Brüssel veröffentlichte Wirtschaftsprognose der EU-Kommission sagt düstere Aussichten voraus: Für 2026 wird für die EU nur mehr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent gerechnet, statt 1,4 Prozent noch im Herbst. Auch die Prognose für den Euroraum wird nach unten korrigiert, und zwar auf 0,9 Prozent im Jahr 2026. Österreich zählt mit einer Rate von 0,6 Prozent (wie Deutschland) erneut zu den Schlusslichtern: Nur Italien mit 0,5 und Rumänien mit 0,1 Prozent liegen noch dahinter.

ste/ger

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