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voestalpine hält trotz rückläufiger Ergebnisse an Zielen fest

06.08.2025, 11:53:00

Umsatz und Gewinn im ersten Quartal weiter gesunken - Zölle sorgen für Unsicherheit - Hoher operativer Cash-Flow - Aktie bis zu 7,6 Prozent im Plus - In Kindberg wackelt eine Schicht

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Zusammenfassung nach PK
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Die voestalpine hält trotz der schwachen
Konjunktur an ihren Zielen fest und erwartet heuer einen
Ergebnisanstieg um bis zu 15 Prozent. Ins neue Geschäftsjahr ist der
Stahlkonzern jedoch mit einem weiteren Umsatzminus von 5,9 Prozent
auf 3,9 Mrd. Euro gestartet. Unterm Strich steht nach den ersten
drei Monaten ein Gewinn von 106,3 Mio. Euro, um 29 Prozent weniger
als im ersten Quartal des Vorjahres, wie der ATX-Konzern am Mittwoch
mitteilte. In Kindberg wackelt eine Schicht.
Trotz offener Fragen zum Zoll-Deal mit den USA hält der Vorstand
an der im Juni abgegebenen Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26
fest. Er erwartet einen operativen Gewinn (EBITDA) zwischen 1,4 und
1,5 Mrd. Euro. Das wäre ein Plus von bis zu 15 Prozent gegenüber dem
letzten Geschäftsjahr, das Ende März zu Ende ging. Im ersten Quartal
lag das Ergebnis vor Abschreibungen bei 361,2 Mio. Euro.
Aktie klar im Plus
An der Börse kamen die Zahlen gut an. Der Aktienkurs stieg um bis
zu 7,6 Prozent. Seit dem Jahresauftakt liegen die Titel bereits rund
36 Prozent im Plus. Von Analysten wurde auf den sehr starken
operativen Cash-Flow verwiesen. Dieser verdoppelte sich gegenüber
dem Vorjahresquartal auf 444 Mio. Euro.
Der Industriekonzern sieht sich wegen der US-Zölle weiter mit
viel wirtschaftlicher Unsicherheit konfrontiert. Vor allem im
Maschinenbau und in der Autozulieferindustrie ist die Lage eher
schwierig. Besser ist die Nachfrage bei der Eisenbahn und in der
Luftfahrtindustrie. Auch bei Hochregallagern macht die voestalpine
gute Geschäfte.
Eibensteiner: Noch kein "relevanter Konjunkturaufschwung"
Es gebe Rückenwind in einzelnen Segmenten und Ländern, "von einem
relevanten Konjunkturaufschwung würde ich jetzt aber nicht
sprechen", sagte Vorstandschef Herbert Eibensteiner zur
wirtschaftlichen Lage in Europa und Österreich. Österreich sei beim
Wachstum ohnehin an letzter Stelle. Das Zollabkommen der EU mit
US-Präsident Donald Trump kritisierte er. "Natürlich kann man damit
nicht zufrieden sein", sagte er. Grundsätzlich könne die voestalpine
damit aber umgehen.
Personalabbau steht im Raum
Die zuletzt auf 50 Prozent verdoppelten US-Zölle auf Stahl und
Aluminium kosten die voestalpine jährlich einen mittleren
zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Sollten die Zölle so hoch
bleiben, könnte dies Auswirkungen auf die steirischen Standorte
haben. Eibensteiner schloss Personaleinsparungen in der
Pressekonferenz nicht aus. Er sprach von der Reduzierung einer
Schicht in Kindberg, die im Raum steht.
Zahl der Stellen sank unter 50.000er-Marke
Den Sparstift angesetzt hat die voestalpine zuletzt unter anderem
im Geschäft mit Kfz-Komponenten. Dadurch und durch den Verkauf von
Buderus sank die Zahl der Stellen (Vollzeitäquivalente) um 3,5
Prozent auf 49.600. Die Reorganisationen würden nach Plan laufen,
sagte Eibensteiner.
Die voestalpine stemmt sich seit mehr als zwei Jahren gegen die
Rezession in Österreich. Die Linzer hatten, bevor sich die
Konjunktur eintrübte, noch einen Nettogewinn von 1,2 Mrd. Euro
geschrieben. In den letzten beiden Geschäftsjahren waren es aber
jeweils nur noch rund 200 Mio. Euro.
pro/bel
 ISIN  AT0000937503
 WEB   http://www.voestalpine.com


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