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Wiener Börse (Schluss) - ATX geht deutlich schwächer ins Wochenende

01.08.2025, 18:07:00

Minus von 2,6 Prozent auf Wochensicht - US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Details zu Einzelwerten
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Der Wiener Aktienmarkt hat am Freitag mit deutlichen
Kursverlusten in einem ebenfalls sehr schwachen internationalen
Börsenumfeld geschlossen. Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten hatten
die Stimmung eingetrübt, die jüngsten Zollentwicklungen sorgten
ebenfalls für Unsicherheit.
Der heimische Leitindex ATX war nach einem richtungslosen
Frühhandel im Verlauf klar ins Minus abgerutscht und beendete den
Handel um 1,42 Prozent tiefer auf 4.457,10 Einheiten. Auf
Wochensicht ging es für den ATX um 2,6 Prozent abwärts. Der
marktbreite ATX Prime gab am Freitag ebenfalls nach und fiel noch
etwas deutlichere 1,59 Prozent auf 2.233,62 Punkte.
Im Fokus des heutigen Handelstages stand der
US-Arbeitsmarktbericht. Demnach hat die US-Wirtschaft im Juli
deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb
der Landwirtschaft kamen 73.000 Stellen hinzu, Volkswirte hatten im
Schnitt 104.000 neue Stellen erwartet. Der Beschäftigungsaufbau in
den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 258.000 Stellen nach
unten revidiert.
Die Arbeitslosigkeit ist ebenfalls gestiegen, sie legte im
Monatsvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent zu und traf
damit die Prognosen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne kletterten
gegenüber dem Vormonat wie erwartet um 0,3 Prozent. "Eine
Zinssenkung der US-Notenbank auf der nächsten Sitzung im September
ist somit wieder im Spiel, nachdem ein solcher Schritt nach den
zurückhaltenden Aussagen von Fed-Chef Powell am Mittwoch deutlich
weniger wahrscheinlich erschien", schreiben die Experten der
Commerzbank.
Sie sehen in Summe etliche Schwächezeichen am US-Arbeitsmarkt.
"Womöglich gehen die Belastungen für die Unternehmen und die
Konsumenten durch die Zölle - in Form der Geldzahlungen und der
erhöhten Unsicherheit - doch nicht so spurlos an der Wirtschaft
vorbei, wie mancher dachte", hieß es weiter.
Auch von Zollseite gab es am Freitag Neuigkeiten. Die neuen
US-Zölle für Importe aus dem Ausland treten laut einem
Regierungsbeamten erst am 7. August in Kraft, nicht bereits an
diesem Freitag. Dies gelte auch für den Zollsatz von 15 Prozent auf
Einfuhren aus der EU, hieß es.
In Wien ging die Berichtssaison mit den Zahlen von
ATX-Schwergewicht Erste Group in die nächste Runde. Die Erste Group
hat im ersten Halbjahr ihre Erträge und ihren Gewinn gesteigert. Ein
starkes Kundengeschäft steigerte den Zinsüberschuss um 2,7 Prozent
auf 3,79 Mrd. Euro. Der Provisionsüberschuss legte um 8,3 Prozent
auf 1,54 Mrd. Euro zu. Unterm Strich stand ein Nettogewinn von 1,66
Mrd. Euro, nach 1,63 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktien
drehten nach anfänglichen deutlichen Aufschlägen ins Minus und
schlossen um 1,3 Prozent tiefer.
Beim Branchenkollegen BAWAG ging es noch deutlicher um 3,4
Prozent nach unten. Die Aktien der Raiffeisen Bank International
(RBI) fielen um 2,5 Prozent auf 24,80 Euro. Die Deutsche Bank hat
das Kursziel für die Papiere der RBI von 22 auf 24 Euro angehoben
und das Rating "Hold" bestätigt.
Der Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel schließt seinen
Produktionsstandort in den USA. Betroffen sind 70 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter aus den Bereichen "Produktion, Forschung &
Entwicklung, Logistik und Verwaltung". Das Werk in Highland im
Bundesstaat New York sei "seit längerer Zeit strukturell defizitär
und deutlich unterausgelastet". Die Aktien gaben 2 Prozent nach.
Unter den wenigen Gewinnern im prime market fanden sich
Versorger. Verbund legten 0,8 Prozent zu, EVN stiegen 0,2 Prozent.
kat/spa
 ISIN  AT0000999982


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