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Wiener Börse (Schluss) - ATX nach Zolldeal 0,4 Prozent schwächer

28.07.2025, 18:18:00

Zolleinigung der EU mit den USA löste nur kurzfristig positive Reaktionen an den Börsen aus - Wienerberger, Lenzing, Bankwerte schwach - UNIQA und OMV gesucht

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Neu: Details zu Einzelaktien und Ausblick
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Die Wiener Börse hat am Montag etwas schwächer
geschlossen. Der ATX beendete den Tag mit einem Minus von 0,36
Prozent und 4.558,93 Punkten. Der breiter gefasste ATX Prime fiel um
0,36 Prozent auf 2.289,18 Zähler. Auch an anderen Börsen in Europa
ging es zum Wochenstart nach unten. Die Einigung auf einen Zolldeal
der EU mit den USA löste nur kurzfristig Kursgewinne aus, im
weiteren Tagesverlauf fielen die Aktienmärkte wieder zurück.
Das Abkommen habe zwar einen drohenden Handelskrieg abgewendet,
die höheren Zölle würden aber den Zugang zu Europas wichtigstem
Absatzmarkt erschweren, schrieben die Ökonomen der Commerzbank am
Montag. "Wir gehen davon aus, dass dies die EU-Exporte in die USA
über die kommenden zwei Jahre um etwa ein Viertel drücken wird. Dies
dürfte für sich genommen das Wirtschaftswachstum in der EU merklich
bremsen", so die Experten.
Die Analysten der Helaba sehen negative Effekte vor allem bei der
Stahl- und Aluminiumproduktion. Auch der Kapitalmarktstratege Jürgen
Molnar vom Broker RoboMarkets wertete das Abkommen kritisch: "Es ist
ein Deal, der seinen Namen nicht verdient. Das Abkommen entschärft
die Situation im Handelsstreit zu den Bedingungen und damit primär
zugunsten der USA. Es ist ein mehr oder weniger schlechtes Geschäft
für Europa."
Nicht nur der ATX, auch die meisten ATX-Aktien gaben am Montag
nach. Die beiden Tagesverlierer im Index waren Wienerberger und
Lenzing mit Verlusten von jeweils knapp 2 Prozent. Belastet wurde
der ATX auch von den Abgaben der schwer gewichteten Bankwerte.
Aktien der RBI fielen um 1,3 Prozent. BAWAG verloren 1,9 Prozent.
Erste Group schlossen mit einem vergleichsweise glimpflichen Minus
von 0,2 Prozent.
Gut gesucht waren zum Wochenstart UNIQA und OMV und legten 2,0
bzw. 1,0 Prozent zu. voestalpine-Aktien konnten sich mit einem
kleinen Plus von 0,2 Prozent gegen den negativen Trend stemmen. Der
Stahlkonzern hofft auf eine baldige Einigung auf Stahlzölle, die vom
jüngsten Zollabkommen ausgenommen waren.
Für Impulse könnten im Wochenverlauf die anstehenden
Ergebnisvorlagen einiger Unternehmen wie etwa der RBI und der OMV
sorgen. Mit Spannung erwartet wird auch die am Mittwoch anstehende
Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed. US-Präsident Donald Trump
hatte zwar zuletzt vermehrt auf eine Zinssenkung gedrängt, die
jüngsten Konjunkturdaten dürften die Notenbank aber in ihrer
abwartenden Haltung bestätigen, erwarten die Analysten der Helaba.
Auch einige Notenbanker-Kommentare signalisierten zuletzt weiter
unveränderte Leitzinsen, so die Experten.
mik/sto
 ISIN  AT0000999982


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