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Wiener Börse (Schluss) - ATX verliert nach US-Zolldrohung leicht

14.07.2025, 18:09:00

Anfangsverluste aber weitgehend aufgeholt - Trump: Zölle von 30 Prozent auf Importe aus der EU - Exportabhängige Werte schwächeln

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Einzelwerte ergänzt.
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Die jüngste Zolldrohung des US-Präsidenten Donald
Trump hat den Wiener Aktienmarkt zum Wochenauftakt etwas belastet.
Kräftigere Auftaktsverluste wurden jedoch im Verlauf weitgehend
eingedämmt. Zum Handelsende stand der ATX um 0,15 Prozent tiefer auf
4.476,60 Punkten. Die Konsolidierung nach dem Mehrjahreshoch setzte
sich damit fort. Für den ATX Prime ging es am Montag 0,22 Prozent
auf 2.250,89 Zähler nach unten.
Ein ähnliches Bild gaben auch die anderen Börsen im Euroraum ab,
wobei insbesondere exportorientierte Sektoren unter Druck kamen.
Trump weitet mit Zöllen von 30 Prozent auf Importe aus der
Europäischen Union und Mexiko seinen Handelskrieg gegen zwei
wichtige Partner aus. Die neuen Abgaben sollen ab 1. August gelten,
wie Trump am Samstag mitteilte. Die EU will die Verhandlungen mit
den USA fortsetzen und parallel dazu Gegenmaßnahmen vorbereiten.
Experten zufolge wird am Markt davon ausgegangen, dass es sich
bei dem jüngsten Schritt um eine Verhandlungstaktik Trumps handle
und eine Einigung gefunden werden kann. "Irgendwann könnte jedoch
jemandes Bluff auffliegen", warnen indes die Marktstrategen der
Deutschen Bank und weiter: "Da die US-Risikomärkte in der Nähe ihrer
Höchststände liegen und die Anleihemärkte derzeit relativ stabil
sind, steht Trump weniger unter Druck, einen Rückzieher zu machen."
Mit Blick auf die Einzelwerte blieb die Nachrichtenlage zum
Wochenstart ruhig. Zu den schwächeren Werten gehörten Aktien einiger
Unternehmen, die direkt oder indirekt von den Zöllen betroffen
wären. Andritz, SBO, Palfinger, voestalpine und Wienerberger gaben
zwischen 1,3 und 3,6 Prozent ab.
Höher schlossen hingegen Titel aus der Immobilien- und
Versicherungsbranche, die wenig exportabhängig sind. CPI Europe und
CA Immo gewannen 1,2 respektive 1,7 Prozent. Aufschläge von 2,4
beziehungsweise 1,7 Prozent verzeichneten die Versicherer VIG und
Uniqa.
Keinen klaren Trend gab es bei den Bankenwerten. RBI gaben um 0,1
Prozent leicht nach. Erste Group und BAWAG gewannen hingegen bis zu
1,2 Prozent.
Zumtobel schlossen mit minus 1,9 Prozent auf 4,85 Euro schwächer
als der Gesamtmarkt. Die Analysten von Erste Group Research haben
ihr Kursziel für die Papiere des Vorarlberger Leuchtenherstellers
angesichts niedrigerer Gewinnschätzungen von 6,6 Euro auf 5,4 Euro
gesenkt. Die Halteempfehlung wurde beibehalten. Zumtobel werde mit
starken Abschlägen zu seinen Mitbewerbern gehandelt, meint
Erste-Analyst Michael Marschallinger, jedoch seien diese Abschläge
angesichts der schwachen Performance gerechtfertigt.
spa/ste
 ISIN  AT0000999982


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