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Microsoft eröffnet im August Cloud-Rechenzentren in Niederösterreich

30.06.2025, 17:56:00

Partnerschaft mit US-Konzern soll zu "digitaler Souveränität" Österreichs beitragen - Lokale Speicherung und KI-Nutzung - Helmenstein: 30 Prozent mehr Arbeitsproduktivität durch KI

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Weiteres Microsoft-Statement im vierten Absatz
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Microsoft will im August drei
neue Rechenzentren in Niederösterreich in Betrieb nehmen und hat
dafür eine Milliarde Euro investiert. Maximal 40 Leute sollen
ausreichen, um die Rechenzentren zu betreiben. Über die genauen
Standorte, Rechenleistung und Energieverbrauch hüllt man sich in
Schweigen - nur so viel: Sie sollen ausschließlich mit Strom aus
erneuerbaren Quellen betrieben werden und dazu beitragen, die
Wertschöpfung der österreichischen Wirtschaft kräftig anzuschieben.
Laut Microsoft soll es die neue Infrastruktur mit drei
Verfügbarkeitszonen rund um Wien Unternehmen und der öffentlichen
Verwaltung ermöglichen, Daten lokal zu speichern und moderne Cloud-
sowie KI-Dienste unter Einhaltung europäischer Datenschutzstandards
zu nutzen. Sie soll eine "zentrale Plattform für die digitale
Souveränität des Landes" darstellen.
US-Konzern soll zu Österreichs "digitaler Souveränität" beitragen
Wie genau die Cloud-Infrastruktur des US-amerikanischen
IT-Giganten zur digitalen Souveränität Österreichs beitragen soll,
wurde bei der gemeinsamen Pressekonferenz von
Microsoft-Österreich-Geschäftsführer Hermann Erlach und
Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) am Montag nicht im Detail
beantwortet. Auch nicht, wie verhindert werden soll, dass
US-Geheimdienste wie schon in der Vergangenheit europäische
Unternehmen und öffentliche Stellen ausspionieren.
Die Cloud-Infrastruktur stelle sicher, "dass Kundendaten in
Europa bleiben, europäischem Recht unterliegen, von europäischem
Personal betrieben und deren Zugang kontrolliert wird - und die
Verschlüsselung vollständig in der Hand der Kunden steht",
versicherte Microsoft in einem nachträglichen Statement gegenüber
der APA.
Pröll betonte vor allem die wirtschaftliche Bedeutung für den
Standort Österreich. "Es ist ein unglaublicher Boost für die
Digitalisierung und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in
Österreich." Allerdings sei Europas Abhängigkeit von den USA im IT-
und im Sicherheitsbereich noch wesentlich größer als es die
Energieabhängigkeit von Russland gewesen sei, räumte Pröll ein. Um
dieses Thema werde es unter anderem auch bei seinen bevorstehenden
Gesprächen mit SAP in Deutschland gehen, sagte Pröll. "Aber wir
werden nie digital autark sein, das schließe ich aus."
Helmenstein präsentiert "phantastische Zahl"
Den wirtschaftlichen Nutzen dieser "phantastischen Kooperation"
bezifferte Christian Helmenstein, Chef des Economica Instituts: "In
Sachen Arbeitsproduktivität stellen wir fest, dass wir durch KI ein
Potenzial von 2,24 Milliarden zusätzlichen Arbeitsstunden lukrieren
könnten. Das entspricht 30 Prozent unseres gesamten Arbeitsvolumens
in Österreich." Das lasse sich zwar nicht eins zu eins in
zusätzliches Wirtschaftswachstum übersetzen, weil man ja auch mehr
Energie und Kapital einsetzen müsste. "Deswegen werden aus 30
Prozent arbeitsvermehrendem technischem Fortschritt am Ende nicht 30
Prozent Wirtschaftswachstum, aber 18 Prozent ist natürlich ebenfalls
eine phantastische Zahl."
Wiener Netze mussten zusätzliche Schaltanlage bauen
Für das Rechenzentrum in Schwechat haben die Wiener Netze eine
eigene 110-Kilovolt-Schaltanlage in Betrieb genommen. "Wir haben in
unserem Netzgebiet schon einige Rechenzentren, die wir bereits
verlässlich versorgen, weitere werden folgen", sagte der
Geschäftsführer der Wiener Netze, Gerhard Fida. Die Kosten der neuen
Schaltanlage seien zu 100 Prozent vom Kunden übernommen worden.
Die anderen zwei Microsoft-Rechenzentren befinden sich laut
Medienberichten in Vösendorf und Achau im Bezirk Mödling.
ivn/pro/cgh
 ISIN  US5949181045
 WEB   http://www.microsoft.com


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Quelle: APA