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AT&S schreibt nach Verkauf in Korea wieder schwarze Zahlen

15.05.2025, 10:28:00

Umsatz stieg auf 1,59 Mrd. Euro - Konzernergebnis drehte auf 90 Mio. Euro ins Plus - Dividende fällt wieder aus

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Ergänzungen an verschiedenen Stellen nach der Ergebnispräsentation, mit Zitaten von Finanzvorständin Preining.
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Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S
hat im Geschäftsjahr 2024/25 trotz Preisdruck und anhaltend
schwacher Nachfrage in einigen Segmenten einen leichten
Umsatzanstieg auf 1,59 Mrd. Euro (+3 Prozent) verbucht.
Ausschlaggebend für das deutlich verbesserte Konzernergebnis war der
Verkauf des Werks in Korea. Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg um
97 Prozent auf 606 Mio. Euro, das Konzernergebnis belief sich auf 90
Mio. Euro nach einem Verlust von 37 Mio. Euro im Vorjahr.
"Das Jahr 24/25 war sicherlich ein weiteres herausforderndes Jahr
mit Licht und Schatten", sagte Finanzvorständin Petra Preining bei
der Präsentation der Ergebniszahlen. Der neue CEO Michael Mertin ist
erst seit 1. Mai im Amt, nachdem sein Vorgänger Andreas Gerstenmayer
im vergangenen Herbst überraschend aus dem Vorstand ausgeschieden
war.
Preisdruck und Überkapazitäten
Die Schatten kämen vor allem von der "volatilen makroökonomischen
und geopolitischen Seite", sagte Preining. "Wir haben nicht nur das
sehr neue Zollthema seit der neuen Amtsperiode von Herrn Trump, wir
haben auch generell den nach wie vor anhaltenden Preisdruck und die
Überkapazitäten in unserer Branche zu verbuchen gehabt."
Auf der anderen Seite "haben wir diese Situation im Management,
glaube ich, sehr gut tackeln können" und auch das Kundenportfolio
vor allem im Bereich Substrate deutlich erweitert. "Das führt auch
dazu, dass wir in diesem Bereich den Markt outperformen konnten."
Bereinigt um Sonderfaktoren - wie Anlaufkosten für die neuen
Werke in Kulim (Malaysia) und Leoben sowie
Restrukturierungsaufwendungen - lag das EBITDA bei 408 Mio. Euro (+6
Prozent), die entsprechende Marge stieg leicht auf 25,7 Prozent. Der
operative Cashflow sank deutlich von 653 auf -75 Mio. Euro, auch
aufgrund gestiegener Lagerbestände.
In Kulim war vor kurzem die offizielle Eröffnung. Mit Anfang
April sei man dort ins High Volume Manufacturing eingestiegen, sagte
Preining. In Leoben-Hinterberg findet die offizielle Eröffnung
Anfang Juni statt. Das dortige R&D Center sei "das einzige in der
Größe in der westlichen Hemisphäre".
Sparkurs wird fortgesetzt
Das Unternehmen setzt seinen Sparkurs fort. Die Kostenbasis wurde
bereits im Vorjahr um 120 Mio. Euro reduziert. "Das sind nachhaltige
Einsparungen", betonte die Finanzchefin. Darüber hinaus sollen
2025/26 sollen weitere 130 Mio. Euro eingespart werden. Die
Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 23,3 Prozent, die
Nettoverschuldung konnte - auch durch den Korea-Verkauf - auf das
2,5-Fache des EBITDA reduziert werden. Insgesamt habe man aktuell
fast 850 Mio. Euro an Cash und nicht genutzten Kreditlinien zur
Verfügung, so Preining. Wie bereits berichtet, wird für das
Geschäftsjahr 2024/25 neuerlich keine Dividende ausgeschüttet.
Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, etwa durch mögliche
US-Zölle, verzichtet AT&S auf einen konkreten Jahresausblick.
Stattdessen erwartet das Management für das laufende erste Quartal
2025/26 einen Umsatz von rund 400 Mio. Euro und eine EBITDA-Marge
von etwa 16 Prozent. Eine Guidance für das Gesamtjahr soll es wieder
geben, "wenn sich die Wolken klären".
Für das Geschäftsjahr 2026/27 wird ein Umsatz von 2,1 bis 2,4
Mrd. Euro sowie eine EBITDA-Marge zwischen 24 und 28 Prozent
angepeilt.
ivn/bel
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 WEB   http://www.ats.net


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Quelle: APA