22.05.2012 English Kontakt

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Einflüsse und Psychologie

Einflüsse

Alles, was die Wirtschaftsentwicklung beeinflusst, schlägt sich ebenso auf die Aktienpreise nieder. Dies gilt ebenfalls für die Politik. Anleger sind daher gut beraten, sich auch mit der Politik auseinander zu setzen.

Der Einfluss der Politik

Nicht ohne Relevanz für Aktienmärkte sind Wahljahre: Innenpolitische Ereignisse werden von Aktionären oft vorweg genommen. Ihnen ist im Hinblick auf künftige Unternehmensgewinne naturgemäß am liebsten, wenn möglichst wirtschaftsorientierte und unternehmerfreundliche Parteien in einem Land am Ruder sind.
Eine Steuerpolitik, die als vorteilhaft für Unternehmen angesehen wird, hat der Börseentwicklung noch selten geschadet. Aber die Börse ist in ihren Reaktionen oft pragmatisch: Eine erfolgreiche Politik, die zu Wirtschaftswachstum, Investitionstätigkeit der Unternehmen und steigender Nachfrage führt, wird sich in einer positiven Stimmung niederschlagen, ganz ohne ideologische Vorbehalte.

Alarmsignal Inflation

Alarmiert reagieren Märkte auf Anzeichen steigender Inflation. Und zwar deshalb, weil höhere Inflationsraten rasch zu Reaktionen der Notenbanken – in Form von Zinserhöhungen – führen. Und Zinserhöhungen sind keine gute Nachricht für den Aktienmarkt: Steigende Zinsen bremsen das Aktiengeschäft mit Sicherheit, weil dadurch Firmenerträge sinken, gleichzeitig aber Geldmarkt- und Rentenpapiere, die mit Aktien konkurrieren, ertragreicher werden und Investoren auf diese umsteigen.

Psychologie ist immer mit im Spiel

Wie Märkte funktionieren, ist nicht immer ganz nachvollziehbar. Deshalb ist es mitunter gar nicht einfach – oft sogar unmöglich – zu verstehen, weshalb der Preis einer Aktie gestiegen oder gefallen ist. Denn Preise entstehen nur dann, wenn sich Verkäufer und Käufer über einen Preis einig sind. Dazu kommt es aber nur, wenn beide glauben, richtig gehandelt zu haben. Warum glauben beide, ein gutes Geschäft gemacht zu haben, wo doch nur einer gewinnen wird?
Börsianer wissen, dass ihr Geschäft geringer von Fakten als von Erwartungen beeinflusst wird. Hoffnungen, Wünsche, Überzeugungen oder Ängste sind oft wesentlicher
für das Kapitalmarktgeschehen als Wirtschaftswachstum oder die Entwicklung der Zinsen. Dazu zählen etwa gesamtwirtschaftliche Stimmungen genauso wie Firmenberichte oder politische Veränderungen, vor allem aber die mitunter völlig unterschiedlichen individuellen Erwartungen und die unterschiedlich ausgeprägte individuelle Risikobereitschaft von Investoren.