Die Geschichte der Börse
Warum die Börse so heißt?
Weil sich einst vor dem Haus der belgische Familie Van der Beurse, die in ihrem Wappen eine
Geldbörse führte, Händler zum Tausch von Waren trafen. Sie legten dort ihre Anteilscheine zum
Verkauf aus und schlugen auf einer Tafel den Preis an. War er zu hoch, fand sich kein Käufer. Gab
es einen Interessenten, so bezahlte er dem Händler die gewünschte Summe und bekam im Gegenzug das
Wertpapier. Bei starker Nachfrage wurde um eine Aktie gefeilscht und ihr Wert kletterte nach oben.
Mangelte es an Interessenten, dann sank der Wert der Aktie. Daran hat sich im Prinzip bis heute
nichts geändert.
Die erste Aktie
Als Geburtstag der Aktie gilt der 20. März 1602, an dem sich einige kleinere Handelsgesellschaften
auf dem Gebiet der heutigen Niederlande und Belgiens zur „Verenigde Ostindische Compagnie“ (VOC)
zusammengeschlossen haben. Die VOC ist die erste Gesellschaft, die alle grundlegenden Eigenschaften
einer modernen Aktiengesellschaft aufweist. Die Aktien konnten frei gehandelt werden, die
Amsterdamer Hauptniederlassung der VOC war die erste Aktienbörse der Welt. Börsen und Vorläufer der
Aktiengesellschaft gab es schon zuvor – allerdings getrennt voneinander. Bereits zwei Jahrhunderte
vor der Gründung der VOC fanden sich Kaufleute aus aller Welt vor dem Haus des Bankiers Van der
Beurse in Brügge zusammen, um Handel zu treiben. Die regelmäßigen Handelstreffen wurden bald als „
Börse“ bezeichnet.
Wien: Börse mit Tradition und Zukunft
Die Wiener Börse wurde 1771 als eine der ersten Börsen der Welt von Maria Theresia gegründet
und entwickelte sich zum zentralen Kapitalmarkt der Habsburger-Monarchie. 1818 wurde in Wien
erstmals mit Aktien gehandelt. In der Gründerzeit kamen zahlreiche neue Aktien auf den Markt, die
das Kapital für Industrie- und Bankgründungen beschafften. Einen empfindlichen Rückschlag erlebte
die Wiener Börse 1873, als von Österreich eine weltweite Wirtschaftskrise ihren Ausgang nahm.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wiener Börse vor allem ein Handelsplatz für Forderungspapiere und für Devisen. In den 90er-Jahren wurde erkannt, dass eine lange und glorreiche Geschichte nicht ausreicht, um am Markt bestehen zu können. In rascher Folge wurden wichtige Veränderungen durchgeführt: Kassa- und Terminmarkt wurden in einer neu gegründeten Aktiengesellschaft zusammengeführt. Seit 1999 ist die Wiener Börse AG nicht mehr im staatlichen Besitz, sondern gehört zu 100 % österreichischen Banken und börsenotierten Unternehmen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wiener Börse vor allem ein Handelsplatz für Forderungspapiere und für Devisen. In den 90er-Jahren wurde erkannt, dass eine lange und glorreiche Geschichte nicht ausreicht, um am Markt bestehen zu können. In rascher Folge wurden wichtige Veränderungen durchgeführt: Kassa- und Terminmarkt wurden in einer neu gegründeten Aktiengesellschaft zusammengeführt. Seit 1999 ist die Wiener Börse AG nicht mehr im staatlichen Besitz, sondern gehört zu 100 % österreichischen Banken und börsenotierten Unternehmen.