22.05.2012 English Kontakt

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Zukunftsvorsorge und Kapitalmarkt

Mindestens 40 % des Kapitals mussten ursprünglich in Aktien angelegt werden. Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2009 wurde die Aktienquote auf 30 % gesenkt und bei Neuabschlüssen wird die Aktienquote in Abhängigkeit vom Lebensalter des Vertragsinhabers in zwei Schritten verringert (Lebenszyklusmodell):

Alter

  • bis 45 = 30 % 
  • 45 bis 55 = 25 % 
  • ab 55 = 15 %

Für bestehende Verträge ist ein Wahlrecht zum Umstieg ins Lebenszyklusmodell vorgesehen.

Die Veranlagung erfolgt in liquide Aktienwerte eines EWR-Landes, dessen Börsenkapitalisierung 40 % des Bruttoinlandsproduktes nicht übersteigt wie im Fall der Wiener Börse. Somit wird der Aktienanteil der jeweiligen Zukunftsvorsorgeprodukte weitgehend in ATX-Werte investiert. Experten schätzen, dass ca. 5 - 10 % in ausländische Werte veranlagt werden.

Die Kombination aus Prämienförderung, steuerlicher Begünstigung und Kapitalgarantie hat im Jahr 2003 der Zukunftsvorsorge zu einer massiven Nachfrage verholfen. Die Zukunftsvorsorge hat sich mit insgesamt 281.138 abgeschlossenen Verträgen bereits im ersten Jahr (2003) zu einer der beliebtesten Vorsorgeformen der Österreicher entwickelt. Ende 2006 haben die Anbieter ein Veranlagungsvolumen von nahezu 1,8 Mrd. EURO verwaltet und im ersten Halbjahr 2007 konnte der einmillionste Vertrag abgeschlossen werden. Ende 2008 betrug die Anzahl der Verträge bereits über 1,3 Millionen und das verwaltete Vermögen hat fast 2,8 Mrd. Euro erreicht.

Der Wiener Börse floss durch die neue Form der Zukunftsvorsorge zusätzliches Volumen zu. Eine erhöhte Liquidität steigert die Attraktivität der Wiener Börse für Kapital suchende Unternehmen ebenso wie für Investoren aus dem In- und Ausland.

Die Zukunftsvorsorge bringt viele Österreicherinnen und Österreicher erstmals in Kontakt mit der Wiener Börse. Das sensibilisiert eine breite Öffentlichkeit für den österreichischen Kapitalmarkt. Die Kapitalgarantie sorgt dafür, dass dieser erste Kontakt für die Anleger ein nur sehr eingeschränktes Risiko beinhaltet und das einbezahlte Kapital auch in Krisenzeiten abgesichert ist. Da die Zukunftsvorsorge langfristig ausgelegt ist, ist laut Experten nach einer 20-, 30- oder gar 40-jährigen Laufzeit mit einer stabilen Entwicklung zu rechnen.