21.05.2012 English Kontakt

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Aktionär werden

Der Weg zur Aktie

Jede geschäftsfähige Person kann Teilhaber (Aktionär) einer Aktiengesellschaft werden. Voraussetzung dafür ist eine bestimmte Investmentbereitschaft, verfügbares Geld und Kapitalmarkt-Basiswissen. Die wachsende Unsicherheit, ob die staatliche Altersvorsorge auch in Zukunft noch ausreichend leistungsfähig sein wird, um eine passable Pension auszuzahlen, motiviert immer mehr Menschen, sich als Aktionäre rechtzeitig um Eigenvorsorge zu kümmern.

Wie viel Geld braucht ein künftiger Aktionär?

Als goldene Regel zur eigenen finanziellen Absicherung und Festlegung jener Summe, die man getrost in Aktien investieren kann, wird von Wertpapierberatern häufig folgende Faustformel angewendet:
Ein Drittel des tatsächlich vorhandenen Geldes wird kurzfristig (etwa auf dem Sparbuch, damit es in Notfällen rasch und problemlos abgehoben werden kann) geparkt. Ein weiteres Drittel wird ohne besonderes Risiko, zum Beispiel in festverzinsliche, dafür gewöhnlich im Vergleich zu Aktien nicht so gewinnträchtige Anleihen investiert. Das übrige Drittel ist freies Kapital für den Aktienkauf. Dieses etwas riskanter angelegte Geld bringt – wie viele Analysen beweisen – langfristig den größten Profit.
Diese Aufteilung ist empfehlenswert, wenn man neben dem vorhandenen Geld zusätzlich über Immobilien verfügt. Grundsätzlich gilt: Mehr als 15 % des Gesamtvermögens (inkl. Haus, Grund, Wohnung, etc.) sollten nicht in Aktien investiert werden.
Zu beachten ist, dass sich Kleinstbeträge wegen der teils beträchtlichen und bei den meisten Banken unterschiedlich hohen Spesen oft nicht zum Aktienkauf eignen. So wird zum Beispiel häufig für den Kauf von Aktien eines einzelnen, an den von der Wiener Börse AG betriebenen Märkten notierten bzw. einbezogenen Unternehmens („Single Stock“ ) eine Untergrenze der Investitionssumme von 2.000 Euro empfohlen. Aktien werden erst rentabel, nachdem die beim Kauf zu bezahlenden Gebühren und Provisionen verdient sind.

Welche Aktien soll man kaufen?

Dafür gibt es keine Grundregel. Eine alte Weisheit lautet: „Zum Einsteigen wird nicht geklingelt.“ Damit wird angedeutet, dass jeder Aktionär letztlich selbst entscheiden muss, wann und wo er „ einsteigt“, also sich einkauft. Den wirklich „heißen Tipp“ gibt es nicht! Entscheidend für den Erfolg ist das richtige Timing, also die Wahl des Zeitpunktes für den Aktienkauf. Der größte Profit winkt, wenn zum niedrigsten Preis gekauft und zum höchsten wieder verkauft wird.
Das absolut perfekte Timing gelingt selten – niemand kann immer am Tiefststand kaufen und am Höchststand verkaufen. Bevor man übereilt investiert, sollte man lieber etwas mehr Zeit in die Informationsbeschaffung investieren. Aktien sind eine langfristige Anlageform, und bevor man diese langfristige Bindung eingeht, sollten alle Informationsquellen genutzt werden.

Auch bei Aktien gibt es unterschiedliche Risikoklassen:
  • Die Aktien großer, bewährter Unternehmen – auch „Blue Chips“ genannt – versprechen ein höheres Maß an Sicherheit und eine relativ stetige, aber nicht unbedingt außergewöhnliche, dynamische Wertsteigerung. Zu diesen „Blue Chips“ zählen die großen, in Wien notierten Unternehmen (Erste Group Bank, OMV, Raiffeisen International, Telekom Austria, ...), aber auch internationale Großkonzerne.
  • Ein hohes Risiko gehen Anleger bei Unternehmen ein, die eine nur kurze Firmengeschichte aufweisen und kometenhaft aufgestiegen sind. Hier muss erst die Zukunft zeigen, ob diese Unternehmen auch in schwierigen Zeiten entsprechend krisenfest sind und deren Geschäftsideen dauerhaften Erfolg sichern können. Ein hohes Risiko ist meist auch mit dem Erwerb von Aktien an „ exotischen“ Marktplätzen verbunden.

Kosten des Aktienerwerbs

Gewöhnlich werden Aktien bei einem vertrauten Geldinstitut, also bei der „Hausbank“, gekauft. Dort können sich Interessierte im Gespräch mit Spezialisten nach günstigen Einstiegschancen erkundigen und erhalten eine umfassende Beratung. Daher sind beim Aktienkauf neben dem eigentlichen Kaufpreis, der sich am aktuellen Preis der gewünschten Aktie orientiert, auch Spesen fällig, abhängig von der Ordergröße und des Preises. Nach dem Kauf werden die erworbenen Aktien auf einem Wertpapier-Depotkonto, vergleichbar mit einem Girokonto, über das der Kunde beliebig verfügen kann, gutgeschrieben. Normalerweise werden die Aktien nicht ausgehändigt.
Für die Verwaltung und Verwahrung der Aktien verlangen die Geldinstitute eine Depotgebühr, die bei Großbanken für inländische Papiere in aller Regel jährlich 2 Promille des Preises (plus 20 % Umsatzsteuer), bei ausländischen Titeln gewöhnlich 5 Promille des Preises (plus Umsatzsteuer) beträgt.

Online-/Discount Broker

Dank Internet kann man seine Aktiengeschäfte auch vom heimischen Schreibtisch aus führen. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Zu den Vorteilen zählt, dass man meist schneller die gewünschten Transaktionen durchführen kann, und das zu niedrigeren Kosten, da insbesondere die persönliche Anlageberatung entfällt. Womit auch der größte Nachteil angesprochen ist: Der persönliche Rat des Wertpapierspezialisten fehlt. Der Aktienkauf bei Online-Brokern ist daher primär für jene Anleger geeignet, die bereits über entsprechende Erfahrung verfügen.

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