Das Handelsprinzip
Auch heute bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis der an einer Börse gehandelten Wertpapiere,
Devisen oder Rohstoffe. Wie das funktioniert? Der Handel wird nicht direkt zwischen Käufer und
Verkäufer abgeschlossen, sondern von dazu berechtigten Maklern, und die gehandelten Güter sind
nicht physisch anwesend. Anleger erledigen also ihre Geschäfte weder vor Ort noch selbst, sondern
beauftragen über ihre Bank einen Wertpapier-Händler damit, eine bestimmte Anzahl von Aktien zu
kaufen oder zu verkaufen. Oder sie arbeiten mit einem Discount-Broker beim Online-Aktienhandel.
Präsenz- und Computerbörse
Wer kennt sie nicht, die Szenen aus Filmen oder Nachrichten-Sendungen: Bilder vom „Floor“ einer
Börse, auf dem hektische Menschen mit hoffnungsvollem oder verzweifeltem Gesichtsausdruck heftig
gestikulieren und durcheinander schreien? Das englische Wort „Floor“, zu deutsch „Börseparkett“,
bezeichnet den Ort, an dem der Börsehandel im Börsegebäude stattfindet. Solche Bilder entsprechen
den traditionellen Vorstellungen von einer „Präsenzbörse“, bei der die handelnden Personen, die
Händler, vor Ort anwesend sind. Im Gegensatz zur klassischen Parkett- oder Präsenzbörse hat sich
inzwischen als zeitgemäße Innovation die Computerbörse herausgebildet, in der die Händler ihre
Aufträge (Orders) über vernetzte Handelssysteme eingeben. Auch der Handel an den Märkten der Wiener
Börse AG läuft seit einigen Jahren vollelektronisch – sie ist somit keine Präsenzbörse mehr.