2007

2007 konnte die Wiener Börse trotz Kursturbulenzen auf ein positives Börsejahr zurückblicken. Die durchschnittlichen monatlichen Handelsumsätze stiegen von 10,5 Mrd. Euro (2006) auf knapp 15 Mrd. Euro an. Durch Börsegänge und Kapitalerhöhungen flossen dem Kapitalmarkt 10,1 Mrd. Euro an frischem Kapital zu. 2007 betrug der Anteil der ausländischen Mitglieder an den Handelsumsätzen bereits 65 %.

Zusätzliche Impulse entstanden durch den im Juni 2007 neu geschaffenen mid market, einem Segment für kleine und mittlere Unternehmen mit einem geringeren Kapitalbedarf.

Erweiterungen der Kooperationen im CEE- und SEE-Raum

Im Rahmen der Osteuropa-Strategie wurden neue Kooperationsabkommen mit der Börse Kasachstan sowie der State Agency, der National Depositary und der Börse PFTS in der Ukraine unterzeichnet. Die Indexpalette der Wiener Börse wurde auf 30 Indizes erweitert. Seit Juli 2007 können Datenkunden der Wiener Börse über ihre bestehende Datenleitung auch die Kursdaten der Börse Bukarest beziehen.

2008

2008 konnte sich auch die Wiener Börse den Turbulenzen an den internationalen Finanzplätzen nicht entziehen. Insbesondere im zweiten Halbjahr musste der Leitindex ATX starke Kursverluste hinnehmen und schloss per Ultimo 2008 mit 1.750,83 Punkten und einem Minus von 61,20 % gegenüber Ultimo 2007. Die Marktkapitalisierung sank im gleichen Zeitraum von 157,9 Mrd. Euro auf 51,4 Mrd. Euro. Auch die durchschnittlichen monatlichen Handelsumsätze waren 2008 von 14,7 Mrd. (2007) auf rund 12 Mrd. Euro zurückgegangen, dank einer steigenden Anzahl an Transaktionen in einem sehr volatilen Jahr aber nicht im gleichen Ausmaß wie die Aktienkurse.

Im Juni 2008 erwarb die Wiener Börse einen 81,01 %-Mehrheitsanteil an der Börse Laibach und im Dezember 92,7 % an der Börse Prag, die zu den größten Börsen in Zentral- und Osteuropa zählt. Mit dem Zuschlag für die Börse Prag erwarb die Wiener Börse die dritte Beteiligung an einer zentral- und osteuropäischen Börse. Gemeinsam mit der OeKB hält sie 68,8 % an der Börse Budapest. Darüber hinaus bestehen enge Kooperationen mit zahlreichen Börsen in der Region, allen voran mit Bukarest, Sarajewo und Banja Luka.

2009

Stand das Jahr 2009 zu Beginn noch ganz im Zeichen der Finanz- und Wirtschaftskrise, die im Jahr davor ihren Höhepunkt erreicht hatte, setzte nach erneuten kräftigen Kursverlusten ab Mitte März eine Rallye ein. Der Aufschwung an der Wiener Börse fiel im Vergleich zu anderen internationalen Finanzplätzen sogar überdurchschnittlich deutlich aus, und obwohl der ATX in den letzten Monaten des Jahres seitwärts tendierte, schloss er 2009 mit einem Plus von rund 42,5 % bei 2.495,56 Punkten.

Die Marktkapitalisierung stieg von 54,8 Mrd. EUR auf 79,5 Mrd. EUR. Da die Aktienkurse im Vergleich zu früheren Höchstständen jedoch nach wie vor deutlich geringer waren, halbierten sich die durchschnittlichen monatlichen Handelsumsätzen 2009 beinahe und lagen nur noch bei 6 Mrd. EUR. Auch gab es 2009 auf Grund der Marktsituation kein IPO an der Wiener Börse, gegen Jahresende konnten allerdings wieder einige größere Kapitalerhöhungen erfolgreich platziert werden (insgesamt 2,53 Mrd. EUR).

Nach dem Erwerb von Mehrheitsanteilen an den drei benachbarten Börsen Budapest, Laibach und Prag im Jahr davor widmete sich die Wiener Börse 2009 intensiv der Gründung der CEE Stock Exchange Group – zunächst in Form einer gemeinsamen Dachmarke. Weiters wurden 2009 bereits einige gemeinsame kurz- und mittelfristige Projekte realisiert - etwa in den Bereichen Indizes und Datenvertrieb - und der Grundstein für die Gründung einer zentralen Holding gelegt.

2010

Am 14. Jänner 2010 wird die Holdinggesellschaft CEESEG AG ins Firmenbuch eingetragen. Ihr sind ab diesem Datum die Börsen Wien, Budapest, Laibach und Prag gleichrangig als Tochtergesellschaften unterstellt. Alleinaktionärin der Wiener Börse AG ist nunmehr die CEESEG AG, die bisherigen Aktionäre der Wiener Börse AG sind nun Aktionäre der CEESEG AG. Die Holding übernimmt vor allem die strategische und finanzielle Führung sowie die Verwaltung der vier Tochtergesellschaften, das operative Geschäft wird weiterhin von den vier Börsen geführt.

Das Jahr 2010 war geprägt von einer gewissen Beruhigung und vorsichtigen Optimismus auf den internationalen Finanzmärkten. In diesem Umfeld konnte der Leitindex ATX – bei nach wie vor erhöhter Volatilität – um 16,39 % zulegen, ebenfalls die Marktkapitalisierung (von 79,5 Mrd. EUR auf 93,9 Mrd. EUR). Die durchschnittlichen monatlichen Handelsumsätze blieben beinahe unverändert.

Einige größere Projekte konnten 2010 umgesetzt werden: Im April wurde der Wechsel des Terminmarktes auf das Eurex®-System der Deutschen Börse vollzogen. Im Dezember startete die CEGH Gas Exchange der Wiener Börse ein Jahr nach dem Kassamarkthandel auch den Terminhandel.

2011

Im Jahr 2011 war die Wiener Börse wie alle internationalen Börsen insbesondere in der zweiten Jahreshälfte erneut mit einem äußerst schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Vor allem die Staatsschuldenproblematik sorgte für massive Erschütterungen auf den Finanzmärkten. In diesem Marktumfeld verlor der Leitindex ATX beinahe 35 %, auch die Marktkapitalisierung und die Aktienumsätze gingen zurück.

Trotzdem gab es im April mit der Austria Metall AG (AMAG) den ersten Börsegang (IPO) seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. Mit einem Emissionsvolumen von 411 Mio. EUR war es sogar eines der größten IPOs in der Geschichte der Wiener Börse. 2011 war auch ein Rekordjahr im Index-Bereich: Die Index-Palette wurde um insgesamt 19 neue Indizes auf 71 Indizes erweitert. Der Schwerpunkt lag dabei neben österreichischen Indizes auf CEE-Indizes.

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