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Wiener Börse News

Megatrends schieben Umsätze an

Christiane Süßel | Börsen-Kurier

Deutsche Tech-Branche steht vor einem neuen Boom.

Ohne ihre Technologie-Konzerne wäre die deutsche Wirtschaft nicht denkbar. Zur Tech-Branche zählen die Experten des Unternehmensberaters Deloitte Firmen aus den Bereichen Computer-Hardware, Halbleiter, Kommunikationsequipment, Consumer Electronics, IT-Services aber auch Datenverarbeitung und Hosting.

Es sind also Tech-Riesen wie Siemens, SAP, die Deutsche Telekom oder auch Bosch, die für die Branche stehen. Eine Deloitte-Studie taxiert den Sektor hierzulande auf rund 100.000 Unternehmen. Diese schaffen mehr als eine Million Arbeitsplätze und stehen aktuell für einen Umsatz von 230 Mrd Euro. Seit 2000 hat die Branche ihre Erlöse mehr als verdoppelt und steuert nicht weniger als rund 7 % zur deutschen Wirtschaftsleistung bei.

Und dessen nicht genug: Bis 2022 werde die Branche im Schnitt um 5 % jährlich auf einen Umsatz von knapp 280 Mrd Euro wachsen. Damit würde der Tech-Sektor 7 % stärker als das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) expandieren, schätzen die Experten.

Das Geschäftsfeld unterteilt sich in die beiden Sektoren „Hardware“ und „Software und Services“. Waren die Hardware-Umsätze lange dominant, so gibt es in Deutschland einen Shift hin zum Bereich „Software und Services“. Wächst der Hardware-Bereich seit 2000 lediglich um 1,2 % im Jahr, so kommt der Bereich Software und Services im gleichen Zeitraum im Schnitt um 7,3 % voran und macht inzwischen zwei Drittel des Branchenumsatzes aus. Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte: „Das Hardware-Segment reagiert sehr viel stärker auf konjunkturelle Schwankungen als der Bereich Software und Services.“

Wie auch andere Sektoren ist die deutsche Tech-Branche global vernetzt. Deutschland importiert im Technologiesektor Waren und Dienstleistungen im Wert von 107 Mrd Euro und exportiert zugleich für 105 Mrd Euro. Eklatant: Das Importvolumen bei Hardware liegt bei 83 Mrd Euro und die Importquote bei satten 90 %. Größter Lieferant ist China. Software und Services werden hingegen zu einem Großteil in Deutschland selbst hergestellt und weisen so eine Importquote von nur 17 % aus.

Rund 60 % ihrer Erlöse erzielt die Tech-Branche dabei im Business-to-Business-Bereich (B2B); für die Experten ein Indiz dafür, dass der Tech-Sektor eng mit anderen Branchen verflochten ist. Dank der drei Treiber Internet of Things (IoT) & 5G, Analytics & Artificial Intelligence und neue „As a Service“-Geschäftsmodelle werden Überschneidungen mit anderen Branchen immer größer.

Es seien Tech-Firmen, die die Digitalisierung anderer Sektoren als „Enabler“ erst ermöglichen, so die Deloitte-Experten. Die B2B-Umsätze mit dem Maschinenbau, den Finanzdienstleistungen, dem Telekommunikationsbereich und der öffentlichen Verwaltung sind dabei am größten. Dabei fragt der Maschinenbau als einziger Bereich weiter mehr Hardware als Software nach, darunter Sensoren, Kameras oder Roboter. Industrie 4.0 wird die Verflechtungen zwischen Technologielieferanten und Maschinenbau weiter beflügeln.

Und der Ausblick ist rosig: Neben Industrie 4.0 werden Themen wie Connected Car, Bio-/FinTech, InsureTech, E-/M-Health oder Smart City für einen erneuten Wachstumsschub der Branche sorgen.

 

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Hinweis

Die Wiener Börse AG verweist ausdrücklich darauf, dass die angeführten Informationen, Berechnungen und Charts auf Werten aus der Vergangenheit beruhen, aus denen keine Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung oder Wertbeständigkeit gezogen werden können. Im Wertpapiergeschäft sind Kursschwankungen und Kapitalverluste möglich. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und stellt keine Finanzanalyse oder Anlageempfehlung der Wiener Börse AG dar.