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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX weitet Verluste aus

26.03.2020, 14:50:00

ATX gibt nach Wirtschaftsprognosen und Konjunkturdaten deutlich nach - CA Immo bleibt nach Rekordgewinn an Indexspitze

Die Wiener Börse hat am Donnerstag am Nachmittag mit klaren Verlusten notiert. Der ATX hat sein Minus noch etwas ausgeweitet und tendierte gegen 14.20 Uhr um 1,63 Prozent schwächer bei 1.985,83 Punkten. Für den ATX Prime ging es um 1,38 Prozent auf 1.015,62 Einheiten abwärts.

Der Nachrichtenstrom zu den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus riss weltweit nicht ab und belastete die Anlegerstimmung. Am Vormittag hatten die beiden Forschungsinstitute IHS und Wifo ihre aktualisierten Prognosen für die österreichische Wirtschaft in diesem Jahr veröffentlicht. Aufgrund des Coronavirus rechen die beiden Einrichtungen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung zwischen mindestens 2 und 2,5 Prozent.

Am frühen Nachmittag gab es zudem Impulse aus den USA, wo die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche präsentiert wurden. In der Vorwoche stellten knapp 3,3 Millionen Amerikaner einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe - dies ist ein Rekord. Der bisherige Höchststand wurde 1982 mit 695.000 registriert.

Unterdessen hat die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem neuen Rettungsprogramm zur Bekämpfung der Folgen der Coronavirus-Krise die selbstgesteckten Kaufobergrenzen bei Staatsanleihen fallen gelassen. Dieses Limit untersagte es ihr bisher, über ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Landes zu halten.

Auch die heimischen Konzerne treffen zunehmend Maßnahmen, um sich für die Folgen der Pandemie zu wappnen. Der Mineralölkonzern OMV will 2020 mehr als 4 Mrd. Euro einsparen, um "die Finanzkraft und die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sicherzustellen" und "die Versorgungssicherheit mit Energie zu gewährleisten", wie der Konzern am Donnerstag erklärte. Am Nachmittag gab der OMV-Kurs um 3,66 Prozent nach.

Der Branchenkollege Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) hatte zuvor seinen Anlegern empfohlen, sich auf der Jahreshauptversammlung, die für 23. April geplant ist, durch eine Stimmrechtsvertreterin repräsentieren zu lassen. Der Ölfeldausrüster hält sich weiterhin die Möglichkeit offen, die Hauptversammlung noch zu verschieben. Die Aktien von SBO rutschten mit einem Minus von 4,91 Prozent an die letzte Stelle des ATX.

Davor reihten sich die Papiere des ATX-Schwergewichts Erste Group (minus 3,87 Prozent) ein. Am Mittwoch hatte der Bankkonzern bekanntgegeben, seine Hauptversammlung von 13. Mai auf unbestimmte Zeit zu verschieben und die geplante Dividende von 1,5 Euro pro Aktie zu "überprüfen".

Die Spitze des Leitindex behaupteten hingegen die Titel der CA Immo. Ihre Anteilsscheine verteuerten sich um 4,79 Prozent, nachdem das Unternehmen am Vorabend einen Rekordgewinn für das Jahr 2019 gemeldet hatte. Das Konzernergebnis legte im Vorjahr um 29 Prozent auf die Rekordhöhe von 393 Mio. Euro zu.

(Schluss) rai/sto

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