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APA News

ROUNDUP 2/EuGH: Kein EU-Bio-Siegel für Halal-Fleisch

26.02.2019, 17:12:00

(neu: Reaktion Bundesernährungsministerium, 1. Abs.)

LUXEMBURG/BERLIN (dpa-AFX) - Fleisch aus rituellen Schlachtungen ohne Betäubung darf in der EU nicht das Bio-Gütesiegel tragen. Solche Schlachtmethoden erfüllen nicht die höchsten Tierschutzstandards, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag in Luxemburg urteilte. Das Bundesernährungsministerium begrüßte es, dass die Richter "im Sinne des Verbraucher- und Tierschutzes" für eine enge Auslegung des Öko-Rechts eingetreten seien. Sie hätten hervorgehoben, dass die EU-Bioverordnung besonders hohe Anforderungen an das Tierwohl stelle.

Hintergrund des Falls war ein Rechtsstreit in Frankreich. Eine Tierschutzorganisation wollte dort erreichen, dass als "halal" - also nach islamischen Regeln - gekennzeichnete Hacksteaks nicht mehr damit beworben werden dürfen, dass sie aus "ökologischem/biologischem Landbau" stammen. Das zuständige Verwaltungsgericht bat den Europäischen Gerichtshof um Rat bei der Auslegung von EU-Recht.

Die Luxemburger Richter argumentierten nun, dass in den betreffenden EU-Verordnungen mehrfach betont werde, dass bei Bio-Fleisch das Tierwohl eine zentrale Rolle spiele. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass die Betäubung die Technik sei, die das Tierwohl zum Zeitpunkt der Schlachtung am wenigsten beeinträchtige. Das Leiden werde erheblich verringert (Rechtssache C-497/17).

Rituelle Schlachtungen ohne Betäubung seien in der EU zwar aus Gründen der Religionsfreiheit erlaubt, führten sie weiter aus. Sie seien aber nicht geeignet, Schmerzen, Stress und Leiden der Tiere genauso zu mildern wie Schlachtungen mit Betäubung. Bei der Schlachtung ohne Betäubung sei ein präziser Halsschnitt mit einem scharfen Messer erforderlich, damit das Tier nicht zu lange leiden müsse. Das Leiden der Tiere werde aber nicht so gering wie möglich gehalten, wie es die EU-Bio-Verordnung verlange. Das Bio-Logo könne hier also nicht verliehen werden.

"Es gibt erfreulicherweise eine sehr große Anzahl von muslimischen Glaubensgemeinschaften, für die eine Schlachtung mit Betäubung und halal kein Widerspruch sind", erklärte der Deutsche Tierschutzbund. Stattdessen werde auf andere Vorschriften Wert gelegt, beispielsweise die Ausrichtung der Tiere nach Osten oder das Schlachten durch einen muslimischen Schlachter. Im Koran stehe zudem, dass die Tiere schonend behandelt werden müssten. Ein Betäubungsverbot gebe es nicht.

Der deutsche Bio-Spitzenverband begrüßte, dass das EuGH-Urteil europaweit Klarheit schaffe. "Bio-Bauern engagieren sich für stressarme Methoden wie etwa die Weideschlachtung", sagte eine Sprecherin des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft zudem./asa/sam/DP/he

AXC0306 2019-02-26/17:12


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Quelle: APA, Meldungen der letzten 4 Wochen