wiiw: Direktinvestitionen in Osteuropa sinken weiter
Abwärtstrend in der Region hält an - EU-Oststaaten verzeichnen insgesamt 2 Prozent Minus - Rumänien boomt - Österreichische Firmen bei Greenfield-Projekten zurückhaltend
Innerhalb der östlichen EU-Länder zeigte sich laut wiiw-Ökonomin Olga Pindyuk jedoch ein stark gemischtes Bild. Während die Direktinvestitionen in der Slowakei, Estland und Lettland massive Einbrüche erlitten und fast zum Erliegen kamen, verzeichneten Polen, Slowenien, Bulgarien und Rumänien zweistellige Wachstumsraten. Besonders Rumänien stach mit einem Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr hervor. Die Zuflüsse lagen damit beinahe auf dem Niveau Tschechiens, was die Attraktivität des Landes für Investoren trotz der angespannten makroökonomischen Lage unterstreicht.
Investitionen in Russland zogen an
Die von Russland angegriffene Ukraine kämpft kriegsbedingt weiterhin mit signifikanten Rückgängen bei den ausländischen Direktinvestitionen. In Russland selbst haben die Investitionen 2025 von einem sehr tiefen Niveau aus zwar wieder angezogen. Diesen Anstieg führt das wiiw jedoch auf die erzwungene Umstrukturierung von Auslandsvermögen russischer Inländer zurück, die nicht durch wirtschaftliche Fundamentaldaten getrieben ist.
Für die nahe Zukunft erwarten die Ökonomen eine weitere Abschwächung der Investitionsflüsse. Die Zahl der neu angekündigten Greenfield-Projekte (Neuansiedlungen) in der Region brach im ersten Quartal 2026 um 44 Prozent ein, das zugesagte Kapital sank um 35 Prozent. Auch die österreichischen Investoren agieren verhalten. Zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 kündigten sie 35 neue Greenfield-Investitionen in der Region an. Das entspricht dem Niveau der vorangegangenen vier Quartale, liegt jedoch spürbar unter den Werten, die noch vor dem Jahr 2024 verzeichnet wurden.
ivn/kre
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Quelle: APA
