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wiiw: Direktinvestitionen in Osteuropa sinken weiter

09.06.2026, 12:34:00

Abwärtstrend in der Region hält an - EU-Oststaaten verzeichnen insgesamt 2 Prozent Minus - Rumänien boomt - Österreichische Firmen bei Greenfield-Projekten zurückhaltend

Der Abwärtstrend bei den ausländischen Direktinvestitionen hat sich in den meisten Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas 2025 fortgesetzt. Während die Zuflüsse in den beiden größten Volkswirtschaften Russland und Türkei stiegen, verzeichneten die EU-Mitglieder der Region insgesamt einen Rückgang von 2 Prozent gegenüber 2024. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) hervor.

Innerhalb der östlichen EU-Länder zeigte sich laut wiiw-Ökonomin Olga Pindyuk jedoch ein stark gemischtes Bild. Während die Direktinvestitionen in der Slowakei, Estland und Lettland massive Einbrüche erlitten und fast zum Erliegen kamen, verzeichneten Polen, Slowenien, Bulgarien und Rumänien zweistellige Wachstumsraten. Besonders Rumänien stach mit einem Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr hervor. Die Zuflüsse lagen damit beinahe auf dem Niveau Tschechiens, was die Attraktivität des Landes für Investoren trotz der angespannten makroökonomischen Lage unterstreicht.

Investitionen in Russland zogen an

Die von Russland angegriffene Ukraine kämpft kriegsbedingt weiterhin mit signifikanten Rückgängen bei den ausländischen Direktinvestitionen. In Russland selbst haben die Investitionen 2025 von einem sehr tiefen Niveau aus zwar wieder angezogen. Diesen Anstieg führt das wiiw jedoch auf die erzwungene Umstrukturierung von Auslandsvermögen russischer Inländer zurück, die nicht durch wirtschaftliche Fundamentaldaten getrieben ist.

Für die nahe Zukunft erwarten die Ökonomen eine weitere Abschwächung der Investitionsflüsse. Die Zahl der neu angekündigten Greenfield-Projekte (Neuansiedlungen) in der Region brach im ersten Quartal 2026 um 44 Prozent ein, das zugesagte Kapital sank um 35 Prozent. Auch die österreichischen Investoren agieren verhalten. Zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 kündigten sie 35 neue Greenfield-Investitionen in der Region an. Das entspricht dem Niveau der vorangegangenen vier Quartale, liegt jedoch spürbar unter den Werten, die noch vor dem Jahr 2024 verzeichnet wurden.

ivn/kre

 ISIN   
 WEB   http://www.wiiw.ac.at/


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Quelle: APA