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Immofinanz: s-Immo-Übernahme könnte im 3. Quartal finalisiert sein

04/22/2021, 11:57:00

CFO: "Offert wird alle Bedenken der s Immo ausräumen" - Derzeit prüft noch Übernahmekommission - Parallelkäufe gegen 50-Prozent-Hürde - Genug Geld da für den Deal

Die Immofinanz AG könnte die von ihr beabsichtigte Übernahme des kleineren Konkurrenten s Immo bereits im dritten Quartal abgeschlossen haben. Das erklärte Immofinanz-Finanzvorstand Stefan Schönauer am Donnerstag im Online-Bilanzpressegespräch. Vorerst liegt das Offert noch zur Prüfung bei der Übernahmekommission. Die längere Prüfung sei bei einem so komplexen Vorgang ganz normal, man rechne man mit einem zeitnahen Abschluss, so der CFO.

Im Bemühen um eine möglichst baldige außerordentliche Hauptversammlung bei der s Immo habe man "nicht klein beigegeben", sondern die Bedenken der s Immo "sehr ernst genommen und berücksichtigt". Diese Bedenken werde man auch in dem noch nicht offiziell vorliegenden Angebot vollständig adressieren und reflektieren, sagte Schönauer: "Ich rechne, dass mit den Angebotsunterlagen alle Bedenken ausgeräumt sind." Betreffend HV sei man "im besten Einvernehmen mit der s Immo", versicherte der CFO vor Journalisten.

Zur Beseitigung der bei der s Immo laut Satzung bestehenden Stimmrechtsbeschränkung auf 15 Prozent - auch eine der Bedingungen, damit das kommende Angebot "scharf gestellt" wird, wie Schönauer sagte -, hatte die Immofinanz Anfang April wiederholt auf eine Sonder-Hauptversammlung der s Immo gedrängt. Diese lehnte den Wunsch jedoch mit Verweis darauf ab, dass es den Aktionären gegenüber unfair wäre, würde man sie erst darüber abstimmen lassen, auch wenn es danach womöglich gar keinen Erfolg des Übernahmeangebots gebe. Jedoch versicherte s-Immo-CEO Bruno Ettenauer vor zwei Wochen, dass man die Abschaffung des Höchststimmrechts unterstützen werde, sollte die Immofinanz mit ihrem Take-over-Plan erfolgreich sein.

Für die Übernahme der s Immo verfüge man über mehr als eine Milliarde Euro Liquidität, sagte Schönauer, darüber hinaus habe man sich noch eine Finanzierungsmöglichkeit über 500 Mio. Euro gesichert. Der Immofinanz gehören bereits 26,5 Prozent an der s Immo. Zudem hält die s Immo 2,676.872 Stück eigene Aktien. Das erwartete Übernahmeangebot umfasst somit den Erwerb aller übrigen Anteile, also 69,9 Prozent oder bis zu 51,432.587 Aktien. Umgekehrt ist die s Immo mit 13,4 Prozent an der Immofinanz beteiligt. Die Immofinanz war an der Börse zuletzt fast 2,2 Mrd. Euro wert, die s Immo knapp 1,6 Mrd. Euro.

Für den Fall der Übernahme der s Immo rechnet die Immofinanz nach Angaben ihres Finanzchefs mit einem Synergiepotenzial in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrages. Das wolle man derzeit aber noch nicht kommunizieren. Das gemeinsame Portfolio von 7,5 Mrd. Euro - davon 5 Mrd. auf die Immofinanz entfallend - wäre für die Aktionäre eine sehr attraktive Möglichkeit, gleichermaßen in Büros und Einzelhandel zu investieren. Sowohl geografisch als auch bei den Assetklassen gebe es hohe Überlappungen, auch die Kreuzbeteiligung biete ein erhebliches Potenzial.

Den beabsichtigten Angebotspreis von 22,25 Euro je s-Immo-Aktie bezeichnete der CFO als "sehr attraktiv", "sehr sehr gut" und "fair". Das seien 23,3 Prozent mehr als der unbeeinflusste Schlusskurs von 18,04 Euro von 12. März, also vor Bekanntwerden des Offerts, bzw. um 40 Prozent über dem volumensgewichteten 6-monatigen Durchschnittskurs von 15,86 Euro. Ursprünglich hatte die Immofinanz den s-Immo-Aktionären 18,04 Euro in Aussicht gestellt und dies am 25. März auf 22,25 Euro je Titel angehoben, jeweils inklusive Dividende. Dazu hatte die s-Immo 40 Cent/Aktie in den Raum gestellt, um den Betrag würde sich der Angebotspreis verringern.

Bisher habe die Aktie den Angebotspreis nicht erreicht, der Preis liege auch über den Analystenschätzungen - insbesondere über den Schätzungen von vor Bekanntwerden der Übernahme-Absicht, so der CFO.

Die Immofinanz behalte sich Paralleltransaktionen vor, um bei der s Immo auf über 30 Prozent zu kommen, denn dann würde das freiwillige Übernahmeangebot von Gesetz wegen zu einem Pflichtangebot, und dann würde die Bedingung wegfallen, dass man mindestens 50 Prozent plus eine Aktie angedient bekommen muss.

(Schluss/folgt Zus.) sp/phs

 ISIN  AT0000A21KS2  AT0000652250
 WEB   http://www.immofinanz.com
       http://www.simmoag.at


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