Vienna Stock Exchange News

HVs 2021: Wie geht es weiter?

Manfred Kainz | Börsen-Kurier

Die heurige Hauptversammlungs-Saison geht in den Endspurt. Wie der HV-Kalender des Börsen-Kurier zeigt, ist im September und Oktober noch einiges los und die Erste Group Bank plant ihre Präsenz-HV im November. Aber es rücken erfreulicherweise schon immer mehr Aktiengesellschaften nach, die bereits ihre HV-Termine für 2021 bekanntgeben. Da aber die Corona-Krise wohl absehbar nicht entschärft bleibt, wäre es an der Zeit zu klären, wie es für diese Aktionärs-Highlights weiter gehen kann. Im März haben ja das Gesellschaftsrechtliche Covid-19-Gesetz und die dazugehörige Verordnung virtuelle Hauptversammlungen erlaubt und im Detail geregelt. Aber diese Regelungen treten am 31. Dezember 2020 außer Kraft.

In Deutschland haben sich nun 60 Vorstände börsennotierter Gesellschaften in einem Brief an das Bundesjustizministerium dafür ausgesprochen, die in unserem Nachbarland ebenfalls im März verabschiedeten Regelungen zur virtuellen HV bis Ende 2021 zu verlängern. Da (wie bei uns) einige börsennotierte Unternehmen bereits im Frühjahr ihre Aktionärstreffen abzuhalten planen, sollte die Politik jetzt handeln. Zwar hätten die gesetzlichen Regelungen zur virtuellen HV heuer die Handlungsfähigkeit der Unternehmen gesichert, aber die Pandemie sei nicht vorüber und die nächste HV-(Planungs-)Saison stehe vor der Tür. Und so dürfe es schon im Aktionärsinteresse keine Unsicherheit darüber geben, wann und wie die nächstjährigen Hauptversammlungen abgehalten werden können. Man brauche deshalb jetzt eine Verlängerung der Regelungen zur virtuellen HV, die bis Ende 2021 gilt. Die 60 unterzeichnenden Vorstände warnen, dass die sonst notwendige zweigleisige Planung einer physischen und einer virtuellen Hauptversammlung als Rückfalloption mit signifikantem Kosten- und Ressourcenmehraufwand verbunden ist. Das gilt auch hierzulande: Veranstaltungshallen müssen bald verbindlich angemietet werden, obwohl nicht klar ist, ob, ab wann und unter welchen Auflagen bzw. Beschränkungen Großveranstaltungen überhaupt wieder zulässig sein werden. Und eine virtuelle HV erfordert eine frühzeitige Budgetierung, damit der Online-Dialog mit den Aktionären (wieder) möglichst reibungslos ablaufen kann. Eine schnelle Entscheidung über die rechtliche Verlängerung liegt daher auch im Interesse der Aktionäre. Rasche Planungssicherheit für 2021, Berücksichtigung der Aktionärsinteressen sowie Vermeiden unnötiger Kosten ist gefragt.

 

Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von:

Börsen-Kurier    Jetzt 4 Wochen gratis testen

Hinweis

Die Wiener Börse AG verweist ausdrücklich darauf, dass die angeführten Informationen, Berechnungen und Charts auf Werten aus der Vergangenheit beruhen, aus denen keine Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung oder Wertbeständigkeit gezogen werden können. Im Wertpapiergeschäft sind Kursschwankungen und Kapitalverluste möglich. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und stellt keine Finanzanalyse oder Anlageempfehlung der Wiener Börse AG dar.