Zulassungs- und Listingprozedere für den geregelten Markt (Amtlicher Handel) bzw. Einbeziehung in das MTF (Dritter Markt)

Die Zulassung/Einbeziehung von Anleihen bzw. Emissionsprogrammen an der Wiener Börse zeichnet sich durch ein schnelles Verfahren und kostengünstige Gebühren aus. Im Falle einer Zulassung/Einbeziehung eines Emissionsprogramms wird für die Handelsaufnahme der einzelnen Anleihen kein gesondertes Zulassungsverfahren/Einbeziehungsverfahren mehr benötigt. Nach Übermittlung der Anleihebedingungen an die Wiener Börse kann zwei Tage später die Anleihe gehandelt werden.

Die Zulassung der Anleihe erfolgt auf Antrag des Emittenten zum gesetzlich geregelten Zulassungssegment (Amtlicher Handel) oder die Einbeziehung erfolgt auf Antrag eines Kreditinstituts, einer Wertpapierfirma oder einer Rechtsanwalts-Kanzlei im MTF (Dritter Markt).

  • Der Amtliche Handel ist ein geregelter Markt im Sinne der MiFID.
  • Die Zulassung/Einbeziehung von Emissionsprogrammen kann zum Amtlichen Handel und/oder zum Dritten Markt (MTF) erfolgen.

Nachstehend finden Sie einen kurzen Überblick über den geregelten Markt sowie über den MTF (Dritter Markt):

Amtlicher HandelMTF
(Dritter Markt)
Antragsteller Emittent und
Börsemitglied
Rechtsanwaltskanzlei oder
EWR-Kreditinstitut oder
EWR-Wertpapierfirma oder
Emittent
Mindest-
Emissionsvolumen
EUR 250.000kein Erfordernis
Prospektpflichterforderlich
(Ausnahmen möglich,
siehe weiter unten)
nicht erforderlich
Mindest-Stückzahl kein Erforderniskein Erfordernis
Mindest-Streuungkein Erforderniskein Erfordernis

Gebühren für Anleihen

Schritte zur Notierung/Einbeziehung

Folgende Schritte sind zur Erreichung der Notierung/Einbeziehung notwendig:

  • Informelle Vorabstimmung mit der Wiener Börse
  • Einreichung der Unterlagen bei der Wiener Börse
  • Zulassungsverfahren bzw. Einbeziehungsverfahren
  • Handelsaufnahme

Die Wiener Börse entscheidet über Anträge auf Zulassung/Einbeziehung von Bankanleihen innerhalb weniger Tage. Die Handelsaufnahme kann zwei Tagen nach erfolgter Zulassung/Einbeziehung erfolgen.

Für die Zulassung zum geregelten Markt besteht prinzipiell Prospektpflicht. Das Börsegesetz (§ 47 Abs. 2 BörseG) sieht unter Bezugnahme auf das Kapitalmarktgesetz jedoch einige Ausnahmen von der Prospektpflicht vor, die nachstehend angeführt werden:

  • Anleihen, die von Kreditinstituten aus Österreich oder aus EWR-Mitgliedstaaten dauernd oder wiederholt begeben werden, sofern diese Anleihen die folgenden Kriterien erfüllen:

    • Emissionsvolumen der Anleihe < 75 Mio. EUR (diese Grenze gilt pro Emittent pro Jahr)
    • Anleihe ist nicht nachrangig und nicht konvertibel (wandelbar)
    • Weder Zins- noch Tilgungszahlungen dürfen von einem Derivat abhängig sein

  • Anleihen der Republik Österreich, der österreichischen Bundesländer und von EWR-Mitgliedsstaaten: „Automatische“ Zulassung per Gesetz (§ 41 Abs. 2 BörseG) zum Amtlichen Handel, d.h. nach Übermittlung der Anleihebedingungen und eines Ersuchens auf Notierung ist die Handelsaufnahme zwei Tage später möglich.
  • Anleihen von einer Gebietskörperschaft eines EWR-Mitgliedsstaates: Zulassung zum Amtlichen Handel ohne Prospekt
  • Anleihen, die von der Republik Österreich, von einem der österreichischen Bundesländer, von EWR-Mitgliedsstaaten oder von einer Gebietskörperschaft eines EWR-Mitgliedsstaates garantiert werden: Zulassung zum Amtlichen Handel ohne Prospekt

Für detaillierte Information zum Thema „Zulassung und Listing/Einbeziehung von Anleihen“ kontaktieren Sie bitte:

Florian Vanek

Market- & Product Development, Listing

bonds@wienerborse.at
T +43 1 531 65-260

Florian Vanek

Maria Auer

Market- & Product Development, Listing

bonds@wienerborse.at
T +43 1 531 65-262

Portrait Maria Auer

Silvia Stenitzer

Market- & Product Development, Listing

bonds@wienerborse.at
T +43 1 531 65-269

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Matthias Szabo

Market- & Product Development, Listing

bonds@wienerborse.at
T +43 1 531 65-234

Portrait Matthias Szabo
Ein internationales Bond-Listing an der Wiener Börse kostet im Schnitt nur 2.000 EUR

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